Rote-Hand-Brief zu Xeljanz

Der Hersteller berichtet in diesem Rote-Hand-Brief über das erhöhte Risiko von Lungenembolien und Mortalität bei Patienten mit rheumatoider Arthritis, die im Rahmen einer Studie zweimal täglich 10 mg Xeljanz erhielten.

Rote-Hand-Brief

In Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) berichtet das Pharma-Unternehmen Pfizer über ein erhöhtes Risiko von Lungenembolien und Mortalität bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA), die im Rahmen einer Studie eine Therapie mit Xeljanz (Wirkstoff Tofacitinib) erhielten. Die Tagesdosis lag bei 20 mg, aufgeteilt auf zwei Gaben à 10 mg und die Studienteilnehmer wiesen mindesten einen zusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktor auf.

Hinweise zur Therapie mit Xeljanz

Der Hersteller fasst in dem Rote-Hand-Brief Hinweise für die Therapie mit Xeljanz bei Patienten mit RA zusammen:

  • Die in der Studie verwendete Dosierung von 10 mg Tofacitinib zweimal täglich ist in der EU nicht zur Anwendung bei RA zugelassen. Allerdings wird diese Dosierung bei Patienten mit Colitis ulcerosa in den ersten acht Wochen der Therapie verwendet.
  • Ärzte, die Tofacitinib bei Patienten mit RA verordnen, sollten die zugelassene Dosierung beachten. Diese beträgt zweimal täglich 5 mg.
  • Patienten unter Tofacitinib sollten, unabhängig vom Indikationsgebiet, auf Anzeichen und Symptome einer Lungenembolie überwacht werden. Ferner sollten Patienten sofort einen Arzt konsultieren, sobald sie Symptome einer möglichen Lungenembolie bei sich beobachten.

Hintergrund zur Risikomeldung

Regulatorische Sicherheitsbehörden hatten eine Studie angefordert. In der Studie A3921133 wurde das Risiko von kardiovaskulären Ereignissen bei Patienten ab dem 50. Lebensjahr untersucht. Die Patienten hatten mindestens einen weiteren zusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktor, beispielsweise gegenwärtiger Nikotinkonsum, Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes mellitus, Anamnese mit Herzanfall, Familienanamnese mit koronarer Herzkrankheit oder extraartikuläre Manifestationen von RA. Die Studienteilnehmer erhielten alle eine stabile Dosis von Methotrexat als Hintergrundtherapie.

Methodik

In der nicht-verblindeten klinischen Prüfung wurde die Sicherheit von Tofacitinib 5 mg zweimal täglich und Tofacitinib 10 mg zweimal täglich im Vergleich zu einem Tumornekrosefaktor-Inhibitor (TNFi) bei Patienten mit RA untersucht.

Ergebnisse

Die Auswertung vorläufiger Ergebnisse zeigte: Studienteilnehmer, die zweimal täglich 10 mg Tofacitinib erhielten, hatten ein erhöhtes Risiko für Lungenembolie und Gesamtmortalität. In der Studie war die Gesamtinzidenz in der Gruppe, die zweimal täglich 10 mg Tofacitinib erhielt, um das Dreifache erhöht im Vergleich zur TNF-Gruppe. Weiterhin war die Gesamtinzidenz auch ca. dreifach erhöht im Vergleich zur Therapie mit Tofacitinib in anderen Studien innerhalb des klinischen Studienprogramms für den Wirkstoff.

Weiterer Studienverlauf

In Anbetracht dieser Ergebnisse stellt der Zulassungsinhaber die Studie um. Patienten, die bisher zweimal täglich Tofacitinib in der Dosierung à 10 mg erhielten, werden für die restliche Dauer der Studie auf eine Dosierung von zweimal täglich 5 mg umgestellt. Aktuell wird die weitere Analyse der Studiendaten durchgeführt und die möglichen Auswirkungen auf die Produktinformation für alle zugelassenen Indikationen (RA, Colitis ulcerosa und Psoriasis-Arthritis) geprüft.

PDFRote-Hand-Brief Xeljanz

Autor: Dr. Melanie Klingler

Stand: 29.03.2019

Quelle:

Pfizer Pharma GmbH

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