Diphtherie-Impfung

Diphtherie ist eine mitunter lebensbedrohliche Infektion, die hierzulande fast in Vergessenheit geraten ist. Schutz bietet die Diphtherie-Schutzimpfung, die erstmals im Säuglingsalter verabreicht wird.

Impfung gegen Diphtherie

Diphtherie-Impfstoffe

Diphtherie-Impfstoffe sind als Einzel- und Kombinationsimpfstoffe (und/oder: Tetanus, Pertussis, Polio, Hepatitis B, Haemophilus influenzae B, Röteln, Meningokokken A + C) verfügbar. Einige davon eignen sich nicht für die Grundimmunisierung von Erwachsenen.
Weitergehende Informationen zu Präparaten mit den jeweiligen Impfstoffen:

Nebenwirkungen

Unterscheiden sich nach Einzel- oder Kombinationsimpfstoffen. Möglich sind Reaktionen an der Injektionsstelle wie Schmerzen, Schwellungen und Hautrötungen sowie grippeähnliche Symptome, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskelschmerzen, leichte Magen-Darm-Beschwerden und Fieber.

Kontraindikationen/Impfverbote

  • akute behandlungsbedürftige Erkrankungen - Impfung frühestens 2 Wochen nach Genesung, Ausnahme: postexpositionelle Impfung
  • Thrombozytopenien oder neurologische Komplikationen nach früheren Impfungen
  • Impfkomplikationen mit dem gleichen Impfstoff bis zur Klärung der Ursache
  • Unverträglichkeiten gegen Impfstoff-Bestandteilen.

Impfschutz/Impfschema

  • Schutzwirkung: 100 Prozent
  • Schutzdauer: nach vollständiger Grundimmunisierung 10 Jahre
  • Säuglinge: 3 Impfungen mit 2, 3 und 4 Monaten, abschließende 4. Impfung zur Grundimmunisierung zwischen 11 und 14 Monaten; Auffrischungen: vor der Einschulung mit 5 bis 6 Jahren und zwischen dem 9. und 17. Lebensjahr
  • Erwachsene: Auffrischung bei vollständiger Grundimmunisierung alle 10 Jahre.

Impfempfehlungen

Die Ständige Impfkommission des RKI (STIKO) empfiehlt die Diphtherie-Impfung für alle Personen ohne ausreichenden Impfschutz, also ohne Grundimmunisierung oder Auffrischung.

Nach Empfehlung des RKI schützen sich Erwachsene ohne ausreichenden Impfschutz bei nächster Gelegenheit durch einen Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf) und Polio (Kinderlähmung).

Reisen/Impfvorschriften

Die Diphtherie-Schutzimpfung ist grundsätzlich für alle Reisenden ohne ausreichenden Impfschutz zu empfehlen, da der Erreger, das Bakterium Corynebacterium diphtheriae, in allen gemäßigten Zonen weit verbreitet ist. Vor allem aus Russland und seinen Nachbarstaaten werden in jüngerer Vergangenheit immer wieder lokale Ausbrüche gemeldet.


Datum: 10.11.2016

Autor: Charly Kahle

Quelle: Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)