Rotaviren-Impfung

Die Schluckimpfung gegen Rotaviren vermindert das Risiko für eine schwere Rotavirus-Gastroenteritis um mehr als 90 Prozent.

Impfung gegen Rotaviren

Rotavirus-Impfstoffe

In Deutschland zugelassen sind gegenwärtig (Stand November 2016) zwei Lebendimpfstoffe. Beide werden als Schluckimpfung verabreicht.
Weitere Informationen zu den Impfstoffen:

Nebenwirkungen

  • häufig: Diarrhöe, Emesis, Inappetenz, Fieber, Reizbarkeit, Husten und Schnupfen
  • gelegentlich: Abdominalschmerzen, Flatulenzen, Dermatitis
  • sehr selten: Invagination in den ersten 7 Tagen nach der Impfung
  • ohne Häufigkeitsangabe: Blut im Stuhl, Gastroenteritis (verbunden mit einer Ausscheidung des Impfvirus bei Säuglingen mit einem schweren kombinierten Immundefekt (SCID), Apnoe bei sehr unreifen Frühgeborenen.

Kontraindikationen/Impfverbote

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Überempfindlichkeit nach vorheriger Gabe eines Rotavirus-Impfstoffes
  • Invagination in der Anamnese
  • Säuglinge mit unbehandelter angeborener Fehlbildung des Gastrointestinaltrakts, die für eine Invagination prädisponiert sind
  • Säuglinge mit einem schweren kombinierten Immundefekt (SCID)
  • Verschieben der Impfung im Falle einer akuten, schweren, mit Fieber einhergehenden Erkrankung sowie bei Patienten, die an Durchfall oder Erbrechen leiden.

Impfschutz und Impfschema

  • Schutzwirkung: Risikominderung für schwere Rotavirus-Gastroenteritis um 90 Prozent
  • Schutzdauer: mindestens 2 Jahre, maximal 3
  • Impfschema Säuglinge: je nach Impfstoff 2 oder 3 Dosen im Abstand von je 4 Wochen beginnend im Alter von 6 bis 12 Wochen, Abschluss zweistufige Immunisierung bis 24. Lebenswoche, dreistufige Immunisierung bis 32. Lebenswoche.

Impfempfehlung

  • alle Neugeborenen 6 bis 12 Wochen nach der Geburt.

Reise/Impfvorschriften

Rotaviren sind weltweit, besonders aber in Afrika, Asien und Lateinamerika, verbreitet. Urlauber können sich mit der Rotavirus-Impfung vor schweren Durchfallerkrankungen schützen. Daher erscheint die Impfung bei Reisen in Endemiegebiete zumindest empfehlenswert.
Impfvorschriften für Reisende im Zusammenhang mit Rotaviren sind nicht bekannt.


Datum: 01.12.2016

Autor: Charly Kahle

Quelle: Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)