Chikungunyafieber

Chikungunyafieber gehört zu den viralen hämorrhagischen Fiebern. Es wird hauptsächlich von der asiatischen Tigermücke übertragen.

Chikungunyafieber

Chikungunyafieber gehört zu den viralen hämorrhagischen Fiebern. In Deutschland werden immer mehr importierte Fälle beobachtet.

Prävalenz und Vorkommen

  • Fallzahlen Deutschland: 162 Fälle bei Urlaubern in 2014 (2013: ca. 16)
  • Vorkommen: vor allem Ostafrika und Südostasien
  • regionale Ausbrüche in Afrika: Senegal, Gambia, Guinea, Tansania; Südostasien: Philippinen, Malaysia, Thailand, Kambodscha, Myanmar, Sri Lanka, Indien, Indonesien; Saudi-Arabien
  • zunehmend saisonale Ausbrüche in Südeuropa möglich.

Ursache und Übertragung

  • Infektionen mit dem Chikungunyafieber-Virus (CHIK)
  • Übertragung durch Gelbfiebermücken, Asiatische Tigermücke und Malariamücken der Gattung Anopheles
  • erste Vorkommen der Asiatischen Tigermücke in Süddeutschland nachgewiesen
  • selten Übertragungen von Mensch zu Mensch
  • diaplazentare Übertragung bei infizierten Schwangeren
  • Inkubationszeit: 3 bis 12, üblicherweise aber 7 bis 9 Tage

Symptome

  • plötzlich hohes Fieber, starke Arthralgie und Myalgie (meist bilateral in Armen und Beinen), ausgeprägte Berührungsempfindlichkeit, kein aufrechter Gang möglich, auch keine Streckung im Liegen
  • Lymphknotenschwellungen, leicht juckende makulopapulöse Exantheme, Petechien, Nasen- oder Zahnfleischblutungen, starke Kopfschmerzen, Erschöpfung, Konjunktivitis, Magen-Darm-Beschwerden
  • selten ausgeprägte hämorrhagische Verläufe
  • Dauer: ca. 14 Tage, Spontanheilung mit Immunitätserwerb.

Komplikationen (Häufigkeit: 10 Prozent)

  • schubweise monate- bis jahrelang persistierende Gelenk- und Muskelschmerzen, Hepatitis, Perikarditis, Myokarditis, neurologische Störungen, Meningitis oder Enzephalopathie; sehr selten: hämorrhagisches Fieber mit Einblutungen in Leber, Lunge, Niere oder Gehirn.

Therapie

  • keine kausale Therapie verfügbar
  • nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Diclofenac oder Ibuprofen
  • keine Acetylsalicylsäure (kann Schädigungen der Thrombozyten verstärken und hämorrhagisches Fieber begünstigen)
  • symptomatische Therapie nach Bedarf.

Prophylaxe/Impfung

  • umfassender Insektenschutz: stichfeste Kleidung, Insektenschutzmittel, Moskitonetze
  • aktuell (November 2016) keine Impfung verfügbar.

Datum: 18.11.2016

Autor: Charly Kahle

Quelle: Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)