Elephantiasis tropica

Elephantiasis tropica gehört zu den Filariosen. Typisch für das Krankheitsbild sind die Lymphstauungen, die die Betroffenen elefantenähnlich entstellt erscheinen lassen.

Elephantiasis tropica

Prävalenz und Vorkommen

  • in Deutschland nur importierte Einzelfälle von Urlaubern
  • weltweit ca. 100 Millionen Menschen mit Filarien infiziert
  • Vorkommen: vor allem im tropischen Afrika und tropischen Asien

Übertragung und Ursache

  • Infektion mit Fadenwürmern (Filarien): vor allem Wuchereria bancrofti, Brugia malayi und Brugia timori
  • seltene Ursache: Lepra infolge Infektion mit Mycobacterium leprae
  • Übertragung der Fadenwurmlarven durch Mückenstiche (zahlreiche Stiche notwendig), auch indirekte Übertragung von Mensch zu Mensch
  • Infektionen von Urlaubern gelten als Ausnahme
  • Inkubationszeit: bis zu 20 Jahre.

Symptome

  • entzündliche, urtikarielle Hautausschläge, fieberhafte Lymphbahn- und Lymphknotenentzündungen, Lymphgefäße gerötet, schmerzhaft und druckdolent; akute Entzündungsschübe im Genitalbereich mit Hoden-, Nebenhoden oder Samenstrangentzündungen (Meyer-Kouwenaarsches Syndrom)
  • chronischer Verlauf: charakteristische Lymphstauungen an Beinen, Leisten und Genitalien, Lymphskrotum (Hydrozele), Vulva-Lymphödeme, Bein-Ödeme,
  • Begleiterkrankungen: Blasen-, Nieren- und Atemwegsentzündungen, tropisches pulmonales Eosinophiliesyndrom mit nächtlichen Hustenattacken und Asthmaanfällen, COPD, pulmonaler Hypertension, rekurrierenden Fieberschüben, Hepato- und/oder Hepatosplenomegalie, Eosinophilie.

Therapie

  • antiparasitäre und/oder oder antibiotische Therapie: Diethylcarbamazin (DEC) gegen Mikrofilarien und adulte Würmer, alternativ wirken Doxycyclin und Ivermectin mikrofilarizid (orale Einmaldosis, jährlich wiederholend)
  • Antiallergika: Antihistaminika wie Dimetinden, zusätzlich evtl. Kortikosteroide
  • Lymphdrainage und Kompressionstherapie
  • Physiotherapie
  • mikrochirurgische Transplantation von Lymphgefäßen.

Prophylaxe/Impfung

  • keine Schutzimpfung verfügbar
  • Mückenschutz mit stichfester Kleidung, Moskitonetzen und Anti-Mücken-Mittel.

Datum: 28.11.2016

Autor: Charly Kahle

Quelle: Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)