Hepatitis B

Hepatitis B gehört weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Erhältlich sind die aktive Schutzimpfung und die Impfung nach einem vermeintlichen Kontakt mit dem Hepatitis B-Virus (HBV).

Hepatitis B

Prävalenz und Vorkommen

  • Inzidenz Deutschland: 2,4 Infektionen pro 100.000 Einwohner; 2015: 3.738 HBV-Infektionen
  • Mortalität: Einzelfälle durch Leberversagen
  • Verbreitung: etwa 2 Milliarden Menschen weltweit (90 Prozent akut)
  • regionale Schwerpunkte: Sub-Sahara-Afrika, Ostasien, Amazonas-Gebiet und südliche Teile Ost- und Zentraleuropas.

Ursache und Übertragung

  • Infektion mit dem Hepatitis B-Virus
  • Inkubationszeit: 1 bis 6 Monate
  • Übertragung: meist durch Sexualkontakte (Sperma, Speichel) oder infiziertes Blut, nicht ausreichend gereinigte Instrumente (Ohrlochstechen, Tattoos), Zahnbürsten, Rasierapparate; gebrauchte Spritzen und Kanülen bei Drogenabhängigen
  • Schwangere können das Virus auf ihr Kind übertragen.

Symptome: akute Hepatitis B

  • häufig symptomfreier Beginn, ansonsten Leistungsschwäche, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Glieder- und Gelenkschmerzen oder leicht erhöhte Körpertemperatur.
  • nach 3 bis 10 Tagen Oberbauchschmerzen, Pruritus (Juckreiz) und Ikterus (Gelbfärbung von Haut und Schleimhaut), dunkel verfärbter Urin
  • Bei Kindern (vor allem Jungen): schubweise rötlicher Hautausschlag mit Pusteln oder Papeln, Schwellungen von Milz und Lymphknoten (Gianotti-Crosti-Syndrom); Widerwillen gegen Nahrungsmittel.
  • Komplikationen akute Hepatitis B
  • sehr selten Leberausfallkoma mit Notwendigkeit einer Lebertransplantation.

Symptome: chronische Hepatitis B

  • besonders häufig bei Neugeborenen und Erwachsenen mit geschwächter Immunabwehr
  • zuweilen symptomfreier Verlauf, ansonsten: Müdigkeit, Leistungsschwäche, Gelenk- und Muskelschmerzen, unangenehmes Druckgefühl unter dem rechten Rippenbogen, Haut-und Schleimhautveränderungen (Leberhautzeichen wie glatte, rote Zunge, wie Lacklippen, Spider naevi, Prurigo simplex, pergamentartige, dünne Haut, Teleangiektasien, Weißnägel und Palmarerythem/Plantarerythem).
  • Komplikationen chronische Hepatitis B
  • Leberzirrhose
  • Ösophagusvarizen
  • erhöhtes Risiko für Leberzellkarzinom.

Therapie: akute Hepatitis B

  • leichte akute Verläufe: keine spezielle Therapie notwendig
  • Bettruhe, leberschonendes Verhalten (fettarme Schonkost und kein Alkohol)
  • Keine leberbelastenden Medikamente wie Paracetamol oder Antibabypille
  • bei schweren Verläufen virenhemmende Wirkstoffe wie Lamivudin.

Therapie: chronische Hepatitis B

Prophylaxe/Impfung

  • Impfempfehlungen, Impfschema und Impfstoffe: siehe Hepatitis B-Impfung
  • kein ungeschützter Geschlechtsverkehr (Kondome)
  • Spritzen nie teilen und nur einmalig verwenden.
  • Keine Rasierutensilien, Zahnbürsten sowie Nagelscheren und –feilen von potenziell infizierten Personen leihen.
  • In Tattoo- und Piercing-Studios auf entsprechende Hygiene achten (zertifizierte Läden bevorzugen).

Datum: 28.11.2016

Autor: Charly Kahle

Quelle: Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)