Meningokokken-Meningitis

Meningokokken-Meningitis ist eine schwere und gefährliche Form der Hirnhautentzündung. Sie kann in wenigen Stunden tödlich enden. Selbst bei schneller intensivmedizinischer Behandlung sterben etwa 5 bis 10 Prozent der Menschen mit Meningokokken-Infektion.

Meningokokken-Meningitis

Prävalenz und Vorkommen

  • In Deutschland ca. 0,5 Fälle je 100.000 Einwohner, 2015: 287 Meningokokken-Erkrankungen (2/3 verlaufen als Meningokokken-Meningitis)
  • Mortalität: zwischen 5 und 10 Prozent aller Erkrankungsfälle, bei septischem Verlauf 13 Prozent, bei Waterhouse-Friderichsen-Syndrom 33 Prozent
  • Vorkommen: Meningokokken sind bei 10 Prozent der Erwachsenen in Deutschland nachweisbar (insbesondere die Serotypen B und C)
  • regionale Schwerpunkte: Meningitisgürtel der Subsaharazone (Senegal bis Äthiopien) und Asien (Subtypen A, W135 und X); Ausbrüche mit Subtypen B und C: Irland, Island, Niederlande, Norwegen, Spanien, USA , Neuseeland.

Ursache und Übertragung

  • Infektion mit dem Bakterium Neisseria meningitidis
  • Übertragung in der Regel durch Tröpfcheninfektion.

Symptome

  • grippeähnliche Symptome, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, körperliche Schwäche, Kopfschmerzen, hohes Fieber, Schüttelfrost sowie Übelkeit (Nausea) und Erbrechen (Emesis)
  • Überempfindlichkeit auf Geräusche, Berührung und Licht, Nackensteifigkeit (Kissenbohren)
  • fortgeschritten: erhöhte Reizbarkeit, Krampfanfälle, Hirnnervenlähmungen, erhöhte Schläfrigkeit und Bewusstseinstrübungen
  • bei Kindern kann Nackensteifigkeit fehlen, stattdessen eher stark vorgewölbte und gespannte Fontanelle, Bauchschmerzen, Verweigerung jedweder Nahrung, anhaltendes hohes und schrilles Schreien, ausgeprägte Teilnahmslosigkeit.

Komplikationen: Sepsis, Waterhouse-Friderichsen-Syndrom.

Therapie

  • umgehende stationäre Aufnahme und Isolation
  • Antibiotikatherapie mit Penicillinen, insbesondere Penicillin G, und Cephalosporinen der 3. Generation (Cefotaxim, Ceftriaxon).
  • Therapeutische Interventionen nach Bedarf, Herz-Kreislauf-Stabilisierung, antikonvulsive Maßnahmen, Beatmung, Dialyse, Hirndrucksenkung.

Prophylaxe/Vorbeugung

  • Impfempfehlungen, Impfschema und Impfstoffe: Impfung gegen Meningokokken-Meningitis
  • Bei Verdacht auf eine Meningokokken-Erkrankung sofortige Krankenhauseinweisung. Patienten müssen bis zu 24 Stunden nach Beginn einer spezifischen Therapie isoliert werden (danach gilt der Patient nicht mehr als infektiös)
  • während der Behandlungszeit und im Kontakt Barrieremaßnahmen beachten: strikte Händehygiene, Verwendung von Schutzhandschuhen, Tragen eines Schutzkittels (der im Patientenzimmer verbleibt), bei engen Patientenkontakten und möglicher Exposition zu nasopharyngealen Sekreten des Patienten zusätzlicher Atemschutz.

Reise/Impfvorschriften

Saudi Arabien schreibt für die Einreise zu Pilgerreisen (Hadsch) nach Mekka vor.


Datum: 28.11.2016

Autor: Charly Kahle

Quelle: Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)