Mumps - Ziegenpeter

Mumps bzw. Ziegenpeter zählt zu den weltweit verbreiteten Kinderkrankheiten. Eine Ansteckung droht vor allem in Ländern mit unzureichender Impfquote. Dazu zählt auch Deutschland.

Mumps - Ziegenpeter

Prävalenz und Vorkommen

  • Inzidenz Deutschland: weniger als 1 pro 100.000 Einwohner, Erkrankungshäufigkeit im Trend zunehmend, 2015: 799 Fälle
  • Vorkommen: weltweit
  • regionale Schwerpunkte: USA und Kanada
  • Besonderheiten: Verschiebung der Erkrankungshäufigkeit auf der Alterungsskala nach oben und Mumps-Fälle trotz abgeschlossener Grundimmunisierung.

Ursache und Übertragung

  • Infektion mit dem Mumpsvirus aus der Familie der Paramyxoviridae
  • Übertragung durch Tröpfcheninfektion oder direktem Speichelkontakt, Schmierinfektionen möglich
  • Inkubationszeit: 12 bis 25 Tage, meistens 16 bis 18 Tage
  • Ansteckungsgefahr: 7 Tage vor Ausbruch bis 9 Tage nach Genesung.

Symptome

  • häufig abortiver Verlauf; 6 von 10 Infizierten erkranken: Beginn mit Kopf- und Gliederschmerzen, Inappetenz, Unwohlsein, Myalgie, Müdigkeit
  • Tag 2 oder 3:  Schwellung der Glandula parotis, üblicherweise bilateral (20 bis 30 Prozent unilateral), Otodynie, Schmerzen beim Kauen oder Schlucken
  • Spontanheilung innerhalb von 7 Tagen mit Erwerb von lebenslanger Immunität (95 Prozent der Fälle).

Komplikationen

  • Mumps-Orchitis (30 Prozent) mit testikulärer Atrophie (bei bis zu 70 Prozent der Orchitiden)
  • Mastitis (30 Prozent) oder Oophoritis (5 Prozent)
  • Beteiligung des Zentralen Nervensystems (ZNS): Meningitis, Enzephalitis
  • Mumps-Pankreatitis (4 Prozent)
  • transiente Taubheit im Hochfrequenzbereich (4 Prozent)
  • persistierende Taubheit (1 von 200.000)
  • weitere Komplikationen: Arthritis, Nephritis, Myokarditis, Anämie.

Therapie

  • in der Regel keine Therapie notwendig
  • ggfs. Quarkwickel gegen Schwellung der Ohrspeicheldrüsen
  • breiförmige Speisen und Suppen (auch per Trinkhalm) bei Kau- und Schluckschmerzen
  • Ohrentropfen nur auf ärztliche Weisung
  • Nasentropfen
  • Analgetika: Paracetamol, Ibuprofen, keine Acetylsalicylsäure
  • stationäre Aufnahme bei schwerwiegenden Komplikationen.

Prophylaxe/Impfung

Impfempfehlungen, Impfstoffe und Impfschema: siehe Mumps-Schutzimpfung


Datum: 01.12.2016

Autor: Charly Kahle

Quelle: Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)