Pest

Pest galt Jahrhunderte lang als Geißel der Menschheit. Heute sind Lungenpest und Beulenpest nur noch selten – und mit Antibiotika gut therapierbar.

Pest

Prävalenz und Vorkommen

  • bis zu 2.000 Erkrankungen jährlich weltweit laut Weltgesundheitsorganisation
  • Mortalität: keine gesicherten Angaben, potenziell lebensbedrohlich durch Sepsis, Lungenödem und Kreislaufversagen
  • besonders gefährdet: Menschen unter schlechten hygienischen Bedingungen
  • regionale Schwerpunkte: Ost-, Süd- und Zentralafrika, Asien (insbesondere China, Indien, Naher Osten, Südostasien, Myanmar und Kasachstan), tropische und subtropische Regionen in Mittel- und Südamerika sowie im Südwesten der USA.

Ursache und Übertragung

  • Infektion mit dem Bakterium Yersinia pestis
  • Übertragung durch Biss von Rattenflöhen, selten auch Ratten, andere Nagetiere oder Hauskatzen
  • Lungenpest durch Tröpfcheninfektion, auch von Mensch zu Mensch.

Symptome

  • abortive Pest: leichtes Fieber, leicht bis mäßig geschwollene Lymphknoten.

Symptome Beulenpest

  • Inkubationszeit: Stunden bis 6 Tage
  • grippeähnliche Beschwerden mit schnell steigendem Fieber, gelegentlich Schüttelfrost, Schwäche, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen
  • Hepatosplenomegalie
  • starke schmerzhafte Lymphknotenschwellungen an Hals, Achselhöhlen und Leisten (Durchmesser bis 10 cm)
  • Geschwüre färben sich blauschwarz, verhärten, schmelzen eitrig ein, zerfallen geschwürig
  • platzende Beulen hochinfektiös: Pestsepsis, Lungenpest oder Pestmeningitis möglich.

Lungenpest

  • Inkubationszeit: Stunden bis 3 Tage
  • hohes Fieber, Schüttelfrost und grippeähnliche Symptome
  • Atemnot, Husten, blau gefärbte Lippen, schwarz-blutiger Auswurf, Abhusten unter starken Schmerzen
  • unbehandelt: Lungenödem, Kreislaufversagen, Exitus in 2 bis 5 Tagen.

Komplikationen: Pestsepsis und Pestmeningitis

  • Pestsepsis: hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Benommenheit und Schwäche, Herz-Kreislauf-Einbrüche, ausgedehnte Einblutungen in Haut und Organe, Schock, ohne Therapie Exitus innerhalb von 36 Stunden
  • Pestmeningitis: starke Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit, Bewusstseinseintrübung.

Therapie

Prophylaxe/Impfung

  • keine sicheren und verträglichen Impfstoffe verfügbar
  • Prä- oder Postexpositions-Prophylaxe für Risikogruppen/Kontaktpersonen mit Doxycyclin, Tetracyclin, Ciprofloxacin und Ofloxacin oder Trimethoprim/Sulfamethoxal
  • Einhalten strenger Hygienemaßnahmen, Vermeiden von Kontakt mit Nagetieren. 

Datum: 01.12.2016

Autor: Charly Kahle

Quelle: Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)