Reisen mit Betäubungsmitteln (BTM)

Reisen mit Betäubungsmitteln (BTM)

Mehr als 200.000 chronische Schmerzpatienten sind in Deutschland dauerhaft auf die Einnahme von Arzneimitteln, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, angewiesen. Viele scheuen sich davor, Urlaubsreisen ins Ausland zu unternehmen, weil sie sich um die Qualität der medizinischen Versorgung am Ferienort sorgen und fürchten, Probleme mit der Polizei zu bekommen, wenn sie Betäubungsmittel im Gepäck haben.

Patienten, die von ihrem Arzt Betäubungsmittel-haltige Arzneimittel verordnet bekommen, müssen bei Reisen in das Ausland ein paar Dinge beachten.

  • Der Patient darf die von seinem Arzt verordneten Betäubungsmittel in einer für die Reisedauer angemessenen Menge auch ins Ausland mitnehmen.
  • Bei Reisen bis zu 30 Tagen sollte der Patient sich eine Bescheinigung von seinem Arzt ausstellen lassen und von der Landesgesundheitsbehörde oder einer ihr unterstellten Abteilung beglaubigen lassen. Diese Bescheinigung ist für die Mitgliedsstaaten des Schengener Abkommens gültig. Dazu zählen: Deutschland, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden und Spanien
  • Bei Reisen in Länder außerhalb des Schengener Abkommens ist es empfehlenswert, die diplomatische Vertretung des entsprechenden Landes zu kontaktieren und die genauen Bestimmungen zu erkundigen.
  • Es wird zusätzlich empfohlen eine ärztliche Dosierungsanweisung in Englisch mitzunehmen, auf der sowohl Einzel- als auch Tagesdosierungen, Wirkstoffbezeichnung und Dauer der Reise vermerkt sind. Ein Beispielformular finden Sie auf der Seite des BfArM.
  • Ist die Mitnahme eines Betäubungsmittels ins Reiseland nicht möglich, sollte vorab geklärt werden, ob ein adäquates Arzneimittel im Reiseland verfügbar ist und durch einen dort ansässigen Arzt verordnet werden kann. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Bioverfügbarkeit eines auch wirkstoffidentischen Präparates von dem bisher verordneten Arzneimittel abweichen kann.
  • Im Rahmen des ärztlichen Praxisbedarfs ist Ärzten die Mitnahme von Betäubungsmittel im Rahmen caritativer Auslandseinsätze (Ärzte ohne Grenzen) oder auch im „kleinen Grenzverkehr“ gestattet.

 

reise-schengen-formular.pdf


Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Quelle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)