Tollwut – Rabies

Tollwut ist in Deutschland praktisch ausgestorben. Auf Reisen, insbesondere in Asien und Afrika, droht aber eine Ansteckung durch Bisse oder kleine Verletzungen von mit Rabies-Viren infizierten Tieren.

Tollwut – Rabies

Prävalenz und Vorkommen

  • Deutschland gilt als tollwutfrei, sehr selten eingeschleppte Einzelfälle
  • Mortalität: akute Rabies unheilbar, Verlauf immer tödlich
  • Europa, Nordamerika und Australien gelten als tollwutfrei
  • Endemiegebiete: Asien, Russland, Afrika sowie Zentral-Südamerika.

Ursache und Übertragung

  • Infektion mit dem Rabies-Virus
  • Übertragung durch Tierbisse (häufig infizierte Haus- und Wildtiere in Endemiegebieten)
  • In Deutschland möglicherweise Übertragungen durch Fledermäuse
  • Inkubationszeit: meist 3 bis 6 Wochen, stark variierend zwischen 24 Stunden und 20 Jahren.

Symptome

  • Prodromalstadium: starke Empfindlichkeit im Bereich der Bisswunde, Pruritus, Brennen, Schmerzen; Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeine Schwäche und Kraftlosigkeit.
  • akute Phase: starke Überempfindlichkeit für Sinnesreize, Ängstlichkeit, gelegentliche Wutanfälle
  • enzephalitische Form: Speichel- und Tränenfluss, Hyperdipsie, ausgeprägte Hydrophobie,  Schluckkrämpfe, starke Stimmungsschwankungen (depressiv bis aggressiv)
  • paralytische Form: Lähmungen an Armen, Beinen, Gesicht und Rumpf sowie Atem- und Schluckmuskulatur
  • Koma nach 2 bis 6 Tagen und Exitus nach maximal 7 Tagen.

Therapie

  • Postexpositionsprophylaxe (PEP) mit Tollwut-Vakzinen und Tollwut-Immunglobulin
  • gründliche Wundreinigung
  • intensivmedizinische palliative Versorgung nach Bedarf.

Prophylaxe/Impfung

  • Impfempfehlungen, Impfstoffe und Impfschemata: siehe Impfung gegen Tollwut
  • Kontakt zu nicht nachweislich geimpften tollwutfreien Haus- und Wildtieren in den Endemiegebieten meiden.

Datum: 02.12.2016

Autor: Charly Kahle

Quelle: Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)