Windpocken

Windpocken sind eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Die Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus ist vor allem für Schwangere und ihre ungeborenen Kinder komplikationsträchtig. 5 Prozent aller Infektionen mit der vermeintlich harmlosen Kinderkrankheit verlaufen schwer.

Windpocken

Prävalenz und Vorkommen

  • Deutschland: 90 Prozent mit Windpocken-Infektion im Kindesalter
  • Komplikationsrate: 5 Prozent, mit Todesfällen durch Meningitis und Pneumonie
  • besondere Risiken für Schwangere und Ungeborene: konnatale bzw. neonatale Windpocken (bis zu 25 Prozent letale Verläufe ohne Therapie)
  • Herpes-Zoster-Virus weltweit verbreitet.

Ursache und Übertragung

  • Infektion mit dem Herpesvirus Varizella Zoster
  • Haupterkrankungsalter zwischen 2 und 7 Jahren
  • Tröpfcheninfektion, Kontakt mit infizierter Bläschenflüssigkeit
  • Inkubationszeit: in der Regel 2 bis 3 Wochen (bis zu 28 Tage möglich).

Symptome

  • Beginn: Unwohlsein, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, leichtes Fieber (selten bis über 39 Grad Celsius), rötlicher Hautausschlag (linsengroße Flecken auf Körper, Kopfhaut und Gesicht, später auch Arme, Beine, Schleimhäuten von Mund und Geschlechtsorganen, Handinnenflächen und Fußsohlen typischerweise ohne Exanthem
  • nach wenigen Stunden: Bildung von flüssigkeitsgefüllten Windpocken-Knötchen, starker Pruritus, Sternenhimmelphänomen
  • 3 bis 5 Tage später: Krusten fallen nach und nach ab, Verheilen der Läsionen.

Komplikationen

  • Varizellen-Pneumonie
  • Hepatitis
  • Meningitis
  • Enzephalitis
  • selten: Myokarditis, Nephritis, Arthritis, erhöhte Blutungsneigung mit der Gefahr innerer Blutungen.

Schwangerschaft und Windpocken

  • erhöhtes Risiko für Pneumonie bei Schwangeren
  • fetales Windpockensyndrom mit Hirnatrophie, Krampfanfällen, Paresen, Mikrophthalmie, Chorioretinitis, Katarakt, Skelettanomalien
  • konnatale bzw. neonatale Windpocken (25 Prozent Todesrate ohne gezielte Therapie).

Therapie

OTC-Präparate zur Selbstbehandlung

Prophylaxe/Impfung

  • Impfempfehlungen, Impfschema und Impfstoffe: siehe Impfung gegen Windpocken
  • Kinder nicht auf Windpocken-Party schicken
  • Infektionen auskurieren (während wahrscheinlicher Inkubationszeit und Erkrankung Gemeinschaftseinrichtungen und soziale Kontakte meiden)
  • kein Kontakt von Erkrankten und deren Angehörigen zu ungeimpften Schwangeren.

Datum: 02.12.2016

Autor: Charly Kahle

Quelle: Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)