Alirocumab

Alirocumab (Handelsname: Praluent, Hersteller: Sanofi-Aventis) hat von der EU-Kommission im September 2015 die Zulassung für die Behandlung von Erwachsenen mit erhöhten Cholesterinwerten (primäre Hypercholesterolämie und gemischte Dyslipidämie) erhalten. Das Medikament soll zusätzlich zu einer Ernährungsumstellung verordnet werden.

Anwendung

Alirocumab (Handelsname: Praluent, Hersteller: Sanofi-Aventis) hat von der EU-Kommission im September 2015 die Zulassung für die Behandlung von Erwachsenen mit erhöhten Cholesterinwerten (primäre Hypercholesterolämie und gemischte Dyslipidämie) erhalten. Das Medikament soll zusätzlich zu einer Ernährungsumstellung verordnet werden.

Pharmakologie

Alirocumab ist ein monoklonaler Antikörper aus der Wirkstoffgruppe der PCSK9-Inhibitoren. Die Abkürzung PCSK9 steht für Proprotein-Convertase-Subtilisin/Kexin Typ 9. Das Enzym PCSK9 ist wesentlich daran beteiligt, das LDL-Cholesterin und seine Rezeptoren auf der Oberfläche von Leberzellen abgebaut werden. Dadurch gelangt weniger LDL-Cholesterin in die Zellen. Indem Alirocumab die Aktivität von PCSK9 blockiert, wird mehr LDL-Cholesterin in die Zellen aufgenommen und erhöhte Cholesterinwerte im Blut können sinken.
Alirocumab war 2015 der zweite PCSK9-Inhibitor, der in Europa zur Therapie der Hypercholesterolämie zugelassen wurde. Kurz zuvor Evolocumab (Handelsname: Repatha, Hersteller: Amgen) auf den Markt gekommen.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen von Alirocumab sind Schmerzen und Rötungen am Injektionsort, Infektionen der oberen Atemwege, Juckreiz (Pruritus), Kopfschmerzen,  Gelenkschmerzen, Übelkeit, schmerzende Arme oder Beine und Müdigkeit.

Hinweise

Nach Einschätzung des Zentrallaboratoriums Deutscher Apotheker verringert Alirocumab den LDL-Cholesterinwert in allen Studien signifikanter als Placebo. Zudem bestehe die Möglichkeit, dass Alirocumab die Rate schwerer Herz-Kreislauferkrankungen verringere. Klare Aussagen dazu werden die Studien nach Angaben des Herstellers aber erst im Laufe des Jahres 2017 liefern.
Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat den Herstellern von PCSK9-Inhibitoren nach Angaben der Stiftung Warentest auferlegt, qualitativ hochwertige weiterführende Studien zu möglichen Nebenwirkungen vorzulegen. Dabei geht es vor allem kognitive Störungen sowie mögliche Bauchspeicheldrüsenentzündungen und Entzündungen anderer Organe.
Nach Einschätzung des Arzneimittelbriefes können PCSK9-Inhibitoren nicht als sicheres Konzept für die Therapie gelten, solange Wirkung und Nebenwirkung nicht besser untersucht sind.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
1245916-14-6

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.12.2016

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