Amisulprid

Amisulprid ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der atypischen Neuroleptika.

Anwendung

Anwendungsgebiete von Amisulprid sind Psychosen und Schizophrenie. Der Wirkstoff mindert sowohl die Positiv-Symptome wie Wahnvorstellungen und damit einhergehende Unruhe oder Aggressivität. Gleichzeitig beeinflusst Amisulprid auch die Negativ-Symptome von Psychosen, also depressive Anzeichen wie sozialen Rückzug, Antriebslosigkeit und Emotionsarmut.

Pharmakologie

Amisulprid zählt zu den atypischen Neuroleptika. Andere atypische Neuroleptika sind Aripiprazol, Clozapin, Olanzapin, Quetiapin, Risperidon oder Ziprasidon.

Amisulprid entfaltet seine Wirkung durch Bindung an Dopaminrezeptoren, vor allem an D2- und D3-Rezeptoren vor und hinter den Synapsen, also den Kontaktstellen zwischen zwei Zellen. Der Effekt wird durch die Dosierung bestimmt. Geringe Dosierungen aktivieren die Dopaminausschüttung und haben eine stimmungsaufhellende und belebende Wirkung (präsy-naptisch). In hoher Dosierung blockiert Amisulprid die Dopaminrezeptoren im Gefühl- und Triebzentrums des Gehirns (limbisches System), was zu dem positiven Effekt auf Wahnvorstellungen führt (postsynaptisch).

Nebenwirkungen

Amisulprid zählt zu den Neuroleptika mit vergleichsweise gering ausgeprägten Nebenwirkungen. So verursacht der Wirkstoff nur selten Bewegungsstörungen oder anhaltende Müdigkeit.  Dennoch kommt es durchaus zu Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Angst oder Unruhe.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
71675-85-9
Molare Masse:
369.48 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 12.0 H
Q0-Wert:
0.05

Autor: Charly Kahle

Stand: 25.11.2016

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