Baricitinib

Baricitinib ist ein Arzneistoff der zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis angewendet wird. Der Wirkstoff ist ein Januskinase-Inhibitor, wodurch seine immunsuppressive Wirkung zustande kommt. Baricitinib ist der erste in Europa zugelassene Januskinase-Inhibitor.

Baricitinib ist ein Arzneistoff der zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis angewendet wird. Der Wirkstoff ist ein Januskinase-Inhibitor, wodurch seine immunsuppressive Wirkung zustande kommt. Baricitinib ist der erste in Europa zugelassene Januskinase-Inhibitor.

Indikation (Anwendung)

Anwendungsgebiete

  • Mittelschwere bis schwere aktive rheumatoide Arthritis bei erwachsenen Patienten, die auf eine vorangegangene Behandlung mit einem oder mehreren krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben (als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat).

Anwendungsform

  • Baricitinib ist in Form von Filmtabletten auf dem deutschen Markt verfügbar.

Pharmakologie (Wirkung)

Pharmakodynamik

Baricitinib ist  ein selektiver und reversibler Inhibitor von Januskinase (JAK)1 und JAK2.

Januskinasen (JAKs) sind Enzyme, die intrazelluläre Signale von Zelloberflächenrezeptoren für Zytokine und Wachstumsfaktoren, die an Hämatopoese, Entzündung und Immunabwehr beteiligt sind, weiterleiten.

Innerhalb des intrazellulären Signalweges phosphorylieren und aktivieren JAKs Signaltransduktoren und Aktivatoren der Transkription (STATs), die wiederum die Genexpression innerhalb der Zelle aktivieren.

Baricitinib moduliert diese Signalwege, indem es die enzymatische Aktivität von JAK1 und JAK2 teilweise inhibiert und damit die Phosphorylierung und Aktivierung von STATs reduziert.

Pharmakokinetik

  • Die mediane Zeit bis zum mittleren höchsten Plasmaspiegel (tmax) beträgt etwa eine Stunde.
  • Das mittlere Verteilungsvolumen nach einer intravenösen Infusion betrug 76 Liter, was auf eine Verteilung von Baricitinib in das Gewebe hinweist.
  • Die Metabolisierung von Baricitinib wird durch CYP3A4 vermittelt, wobei weniger als 10 % der verabreichten Dosis eine Biotransformation durchlaufen.
  • Baricitinib wird vorwiegend als unveränderter Wirkstoff über den Urin (69 %) und die Faeces (15 %) ausgeschieden.

Nebenwirkung

Die am häufigsten berichteten unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die in Monotherapie oder in Kombination mit konventionellen synthetischen DMARDs auftreten können sind:

  • erhöhtes LDL-Cholesterin (Hypercholesterinämie)
  • Infektionen der oberen Atemwege

Das vollständige Nebenwirkungsprofil kann der Fachinformation entnommen werden.

Interaktion (Wechselwirkung)

Kontraindikation und Anwendungsbeschränkung

  • Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff
  • Schwangerschaft

Wichtige Hinweise

Infektionen

  • Baricitinb  ist im Vergleich zu Placebo mit einer erhöhten Infektionsrate verbunden.
  • Bei behandlungsnaiven Patienten führte eine Kombination mit Methotrexat im Vergleich zu einer Baricitinib-Monotherapie zu höheren Infektionsraten.  
  • Bei Patienten mit aktiven, chronischen oder wiederkehrenden Infektionen sollten vor Therapiebeginn die Risiken und Vorteile einer Behandlung sorgfältig abgewogen werden.

Tuberkulose (TB)

  • Die Patienten sollten vor Beginn der Therapie auf Tuberkulose (TB) getestet werden. Baricitinib sollte nicht bei Patienten mit aktiver TB angewendet werden.

Ältere Patienten

  • Bei älteren Patienten mit rheumatoider Arthritis ist das Risiko einer Lymphozytose erhöht.

Virusreaktivierung

  • Virusreaktivierungen, einschließlich Fälle der Reaktivierung von Herpes-Viren wurden in klinischen Studien berichtet ► Vor Beginn der Therapie sollte ein Screening auf eine virale Hepatitis durchgeführt werden.

Impfungen

  • Während oder unmittelbar vor einer Behandlung wird die Anwendung von attenuierten Lebendimpfstoffen nicht empfohlen.

Lipide

  • Dosisabhängige Erhöhungen der Blutlipidwerte wurden berichtet.

Erhöhungen der Lebertransaminasen

  • Erhöhungen von Alanin-Aminotransferase (ALT) und Aspartat-Aminotransferase (AST) auf mindestens das 5- bis 10-fache der Obergrenze der Normalwerte (ULN) wurden bei weniger als 1 Prozent der Patienten berichtet.

Maligne Erkrankungen

  • Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis ist das Risiko für maligne Erkrankungen einschließlich Lymphomen erhöht. Immunmodulatorische Arzneimittel könnten das Risiko für Malignitäten einschließlich Lymphomen erhöhen.

Immunsuppressiva

  • Die Kombination mit biologischen DMARDs oder anderen Januskinase(JAK)-Inhibitoren wird nicht empfohlen, da das Risiko eines additiven immunsuppressiven Effekts nicht ausgeschlossen werden kann.

Schwangerschaft

  • Der Wirkstoff ist während einer Schwangerschaft kontraindiziert.
  • Es zeigte sich, dass der JAK/STAT-Signalweg an Zelladhäsion und Zellpolarität beteiligt ist, welche die frühe embryonale Entwicklung beeinflussen können.

Stillzeit

  • Die zur Verfügung stehenden pharmakodynamischen/toxikologischen Daten vom Tier zeigten, dass Baricitinib in die Muttermilch übergeht. Ein Risiko für Neugeborene/Kleinkinder kann nicht ausgeschlossen werden.

Fertilität

  • Tierstudien deuten darauf hin, dass während einer Behandlung mit Baricitinib die weibliche Fertilität vermindert sein kann.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
1187594-09-7
Molare Masse:
371.42 g·mol-1
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6 Präparate mit Baricitinib

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