Brivaracetam

Brivaracetam zählt in der Wirkstoffgruppe der Antiepileptika zu den Racetamen.

Anwendung

Brivaracetam (Handelsname Briviact) ist seit Anfang 2016 für die Add-on-Therapie von fokalen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren zugelassen.

Pharmakologie

Brivaracetam entfaltet seine antikonvulsive Wirkung direkt im Gehirn, indem es an das synaptische Vesikelprotein 2A (SV2A) bindet. Außerdem scheint Brivaracetam mit den neuronalen spannungsabhängigen Natriumkanälchen zu interagieren und diese zu inhibieren. Somit werden Potenzialänderungen vermieden, die ansonsten epileptische Anfälle bedingen könnten.
Brivaracetam ähnelt in Struktur und Wirkung dem Antiepileptikum Levetiracetam. Dessen krampflösende Wirkung gilt allerdings als weniger stark ausgeprägt.

Nebenwirkungen

Müdigkeit und Schwindel sowie Magen-Darm-Beschwerden sind die bislang bekannten häufigsten Nebenwirkungen von Brivaracetam.
Außerdem verursachen Antiepileptika mitunter aus ungeklärten Gründen Suizidgedanken und suizidales Verhalten. Darüber sollten Patienten, die Antiepileptika erhalten, stets aufgeklärt und notfalls überwacht werden.

Hinweise

Viele Neurologen setzen große Hoffnung in die neue Therapieoption bei fokalen Anfällen. Experten loben Verträglichkeit und Wirksamkeit. Sie bezeichnen das neue Medikament als sehr gute Option, wenn eine Add-on-Therapie die Behandlungsmethode der Wahl ist.
Zur gleichen Wirkstoffgruppe wie Brivaracetam zählen die Racetame Levetiracetam und Piracetam. Andere Antiepileptika zur Therapie von fokalen Anfällen sind Carbamazepin, Perampanel und Sultiam.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
357336-20-0
Molare Masse:
212.29 g·mol-1

Autor: Charly Kahle

Stand: 25.11.2016

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