Cefuroxim

Cefuroxim ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Betalaktam-Antibiotika. Es wird zu den Cephalosporinen der zweiten Generation gezählt.

Inhaltsverzeichnis

Anwendung

Cefuroxim hat ein überaus breites Wirkungsspektrum gegen unterschiedlichste Erreger und wird daher bei einer Vielzahl von Infektionen angewendet. Dazu zählen

  • akute Streptokokken-Tonsilitis und -Pharyngitis
  • akute bakterielle Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündung
  • akute Verschlechterung einer chronischen Bronchitis
  • Harnwegsinfekte oder unkomplizierte Infekte der Haut und des Weichteilgewebes.

Zu den besonderen therapeutischen Eigenschaften von Cefuroxim gehört, dass es in den Liquor gelangt und damit für die Therapie von bakterieller Meningitis zugelassen ist. Besonders ausgeprägt ist die Wirkung von Cefuroxim außerdem gegen Infektionen mit Haemophilus influenzae.

Pharmakologie

Pharmakodynamik (Wirkung)

Cephalosporine wie Cefuroxim wirken, indem sie viele Bakterien daran hindern, eine gesunde Zellwand zu bilden. Das erreichen diese Antibiotika, indem sie ein für die Erreger wichtiges Enzym, die Transpeptidase, außer Gefecht setzen. Ohne gesunde Zellwand sterben die Erreger schnell ab.

In Medikamenten ist der Wirkstoff Cefuroxim als Cefuroximaxetil enthalten.

Pharmakokinetik

Oral verabreichtes Cefuroxim wird über den Verdauungstrakt aufgenommen. Eingenommen direkt nach dem Essen steigt die Bioverfügbarkeit von 37 auf 52%. Die maximale Plasmakonzentration ist nach ca. 2,4 Stunden erreicht, die Halbwertszeit nach 1,2 Stunden. Ausgeschieden wird Cefuroxim in seiner aktiven Form direkt über die Nieren. Deshalb kann die Halbwertszeit bei schlechter Nierenfunktion auch auf 22 Stunden ansteigen.

Dosierung

Cefuroxim kann entweder oral verabreicht werden oder intramuskulär oder intravenös gespritzt werden.

Oral steht es als Cefuroximaxetil in Tablettenform oder als Tropfen zur Verfügung. Mit Ausnahme von akuter Mittelohrentzündung, akuter Verschlechterung einer chronischen Bronchitis und Lyme-Borreliose, werden zweimal täglich 250 mg Cefuroxim für fünf bis zehn Tage empfohlen. Bei den drei Ausnahmen sollte die doppelte Dosis gegeben werden. Kinder bis 40 kg Körpergewicht erhalten zweimal täglich 10 bis 15 mg pro kg Körpergewicht, maximal jedoch 250 mg pro Tag.

Für die intravenöse oder intramuskuläre Gabe sind Pulver oder Infusionen mit 50 mg, 250 mg, 750 mg und 1500 mg auf dem Markt verfügbar. Die tägliche Dosierung für Erwachsene liegt bei einer Tagesdosis von 1,5 bis 2,25 g, aufgeteilt in zwei bis drei Einzeldosen. Bei schweren Infekten kann die Tagesdosis auf 3,0 bis 4,5 g Cefuroxim erhöht werden und bei lebensbedrohlichen Infekten auf 6,0 g in vier Einzeldosen. Besteht eine eingeschränkte Nierenfunktion, sollte die Dosierung an die Kreatinin-Clearance als Richtwert angepasst werden. Bei Kindern muss die Dosierung entsprechend angepasst werden.

Nebenwirkungen

Unerwünschte Wirkungen von Cefuroxim betreffen vorwiegend den Magen-Darm-Trakt. Auch allergische Reaktionen und vermehrtes Wachstum von Hefepilzen werden häufig beobachtet. Im Folgenden sind die Nebenwirkungen nach ihrer Häufigkeit aufgelistet:

Häufig:

  • vermehrtes Wachstum von Candida
  • Eosinophilie
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen
  • vorübergehender Anstieg der Leberenzymwerte.

Gelegentlich:

  • positiver Coombs-Test
  • Thrombozytopenie
  • Leukopenie
  • Hautausschläge
  • Erbrechen.

Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit:

  • Vermehrung von Clostridium difficile
  • hämolytische Anämie
  • Arzneimittelfieber
  • Serumkrankheit
  • Anaphylaxie
  • Jarisch-Herxheimer-Reaktion
  • pseudomembranöse Kolitis
  • Gelbsucht
  • Hepatitis
  • Nesselsucht
  • Juckreiz
  • Erythema multiforme
  • Stevens-Johnson-Syndrom
  • toxische epidermale Nekrolyse
  • angioneurotisches Ödem.

Wechselwirkungen

Arzneimittel, die die Magensäure reduzieren sollen, können die Bioverfügbarkeit von Cefuroxim beeinflussen. Auch der positive Effekt, den eine Mahlzeit auf die Aufnahme des Wirkstoffes hat, kann dadurch aufgehoben werden.

Cefuroxim wirkt sich auf die Darmflora aus. Deshalb können andere Medikamente wie Östrogene unter Umständen schlechter aufgenommen werden und orale Kontrazeptiva vermindert wirken. Ebenso kann es zu einem Anstieg der Internationalen Normalisierten Ratio (INR) kommen, wenn parallel zu dem Antibiotikum orale Blutverdünner (Antikoagulantien) gegeben werden.

Wird der Wirkstoff zusammen mit Probenecid verschrieben, kann die Maximalkonzentration von Cefuroxim signifikant ansteigen und die Eliminationshalbwertszeit verlängert sich. Deshalb ist eine gleichzeitige Medikation mit den beiden Wirkstoffen nicht empfohlen. Auch mit anderen Antibiotika wie Tetrazyklinen, Erythromycin, Chloramphenicol oder Sulfonamiden sollte der Wirkstoff nicht kombiniert werden, da es zu antagonistischen Effekten und bei Aminoglykosiden zu synergistischen Effekten kommen kann.

Da Cefuroxim fast vollständig unverändert über die Nieren ausgeschieden wird, sollte die Nierenfunktion regelmäßig kontrolliert und überwacht werden, wenn Patienten parallel Schleifendiuretika wie Furosemid oder Etacrynsäure nehmen oder potenziell nierenschädigende Arzneimittel wie Aminoglykosid-Antibiotika, Polymyxin B und Colistin mit dem Wirkstoff kombiniert werden. Dies gilt auch für ältere Patienten, deren Nieren nur eingeschränkt arbeiten.

Kontraindikation

Besteht eine Überempfindlichkeit gegen Cefuroxim, Cefuroximaxetil oder andere Antibiotika aus der Gruppe der Cephalosporine, darf der Wirkstoff nicht gegeben werden. Auch schwere Überempfindlichkeiten gegen andere Betalaktam-Antibiotika wie Penicilline, Carbapeneme oder Monobactame stellen eine Kontraindikation dar.

Der Wirkstoff darf nicht intraarteriell gegeben werden und bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion nur an den jeweiligen Patienten angepasst. Während der Schwangerschaft und der Stillzeit sollte Cefuroxim nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Studien und Erfahrungen, in denen Cefuroxim bei Schwangeren oder in der Stillzeit angewendet wurde, sind nur begrenzt vorhanden. Obwohl keine Hinweise auf Gesundheitsschäden beim Foetus oder Säugling bekannt sind, sollte das Antibiotikum nur gegeben werden, wenn der therapeutische Nutzen größer ist als das Risiko.

Verkehrstüchtigkeit

Aufgrund von Nebenwirkungen wie Schwindel sollten Patienten darauf hingewiesen werden, dass ihre Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen unter Umständen eingeschränkt ist.

Wichtige Hinweise

Bei schweren und anhaltenden Durchfällen sollte eine pseudomembranöse Colitis bedacht werden. Diese kann lebensbedrohlich sein.

Weitere Informationen können sie der jeweiligen Fachinformation entnehmen.

Alternativen

Alternativen können andere Antibiotika aus der Gruppe der Cephalosporine sein. Dies richtet sich jedoch nach der jeweiligen Indiaktion.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
55268-75-2
Molare Masse:
424.39 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 1.3 H
Q0-Wert:
0.06
Kindstoff(e):
Cefuroxim axetil (CAS 64544-07-6), Cefuroxim natrium (CAS 56238-63-2)
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