Clindamycin

Clindamycin ist ein Antibiotikum, das bei einer Vielzahl von Infektionen mit Clindamycin-empfindlichen Bakterien äußerlich wie innerlich angewendet werden kann. Häufige Einsatzgebiete sind Atemwegsinfektionen, Infektionen der Knochen und Gelenke sowie der Haut- und Weichteile und gynäkologische Infektionen.

Clindamycin (hydrochlorid) 300 mg Gelatinekapseln (Zum Einnehmen)

Indikation (Anwendung)

Clindamycin wird äußerlich und innerlich bei Infektionen eingesetzt, die durch Clindamycin-empfindliche Erreger verursacht sind. Zu den häufigen Anwendungsgebieten gehören Infektionen der oberen und unteren Atemwege (u.a. chronische Tonsillitis, Sinusitis, Otitis media und Scharlach sowie Bronchitis und Pneumonie), schwer behandelbare Infektionen der Haut und der Weichteile (z.B. Akne, Furunkulose und Wundabszesse), Knochen- und Gelenkinfektionen, gynäkologische und intraabdominale Infektionen sowie dentale Infektionen (z.B. Parodontitis).

Bei schwerem Krankheitsverlauf ist die intravenöse der oralen Therapie vorzuziehen.Clindamycin ist bei vielen anaeroben Infektionen wirksam. Bei aeroben Infektionen ist Clindamycin eine Alternative, wenn andere Antibiotika unwirksam oder kontraindiziert sind.

Für Menschen mit einer Penicillin-Allergie stellt die Therapie mit Clindamycin eine Alternative dar. In Kombination mit dem Antiprotozoikum Pyrimethamin kann es auch zur Behandlung der Toxoplasmose eingesetzt werden.

Pharmakologie

Pharmakodynamik (Wirkung)

Clindamycin ist ein Lincosamid-Antibiotikum und hemmt wie Makrolid-Antibiotika durch Bindung an die 50S-Untereinheit des bakteriellen Ribosoms die Proteinbiosynthese der Bakterien. Es resultiert eine zumeist bakteriostatische Wirkung. In hohen Dosen ist auch eine bakterizide Wirkung möglich.

Clindamycin dringt sehr gut in tiefe Gewebeschichten ein. Dadurch ist es gut zur Behandlung von Knochen-, Gelenk- und Weichteil- Infektionen geeignet.

Das Antibiotikum bekämpft aerobe grampositive Keime wie Streptokokken oder Staphylokokken, anaerobe Keime sowie andere Mikroorganismen wie Chlamydien.

Pharmakokinetik

Clindamycinhydrochlorid wird nach oraler Gabe schnell resorbiert. Maximale Serumkonzentrationen werden nach etwa 45 bis 60 Minuten (nüchtern), bei Einnahme nach einer Mahlzeit nach etwa 2 Stunden erreicht. Die biologische Halbwertszeit beträgt 2,4 Stunden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion und mittlerer bis schwerer Leberinsuffizienz ist die Halbwertszeit verlängert.

Nach der Resorption wird Clindamycin rasch in Körperflüssigkeiten und Gewebe einschließlich Knochengewebe verteilt.

Der Großteil der Clindamycin-Dosis wird metabolisiert und mit dem Stuhl ausgeschieden. Weniger als 10% werden unverändert im Harn ausgeschieden.

Nebenwirkungen

Im Folgenden sind die Nebenwirkungen von Clindamycin nach ihrer Häufigkeit aufgelistet:

Häufig:

  • Bauchschmerzen
  • Diarrhö
  • Pseudomembranöse Kolitis
  • Abweichende Ergebnisse bei Leberfunktionstests.

Gelegentlich:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Makulopapulöses Exanthem
  • Urtikaria.

Nicht bekannt:

  • Vaginalinfektionen
  • Agranulozytose, Neutropenie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Eosinophilie
  • Anaphylaktische Reaktionen
  • Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom)
  • Dysgeusie
  • Ösophagusulkus, Ösophagitis
  • Gelbsucht
  • Toxische epidermale Nekrolyse
  • Stevens-Johnson-Syndrom
  • Akute generalisierte exanthematöse Pustulose (AGEP)
  • Erythema multiforme
  • Exfoliative Dermatitis
  • Bullöse Dermatitis
  • Masernähnliches Exanthem
  • Juckreiz.

Wechselwirkungen (Interaktionen)

Ein klinisch signifikanter antagonistischer Effekt zwischen Clindamycin und Erythromycin ist möglich. Deshalb sollte die gemeinsame Anwendung vermieden werden.

Clindamycin kann den Effekt neuromuskulär-blockierender Substanzen verstärken. Bei Patienten, die solche Arzneimittel erhalten sollte Clindamycin nur mit Vorsicht angewendet werden. Bei Operationen könnten unerwartet lebensbedrohliche Reaktionen auftreten.

Bei gemeinsamer Anwendung mit Vitamin-K-Antagonisten wie z. B. Warfarin, Acenocoumarol, Fluindion sind erhöhte Blutgerinnungswerte und Blutungen beobachtet worden. Die Blutgerinnungs-werte sollten daher bei Patienten, die mit diesen Medikamenten behandelt werden, engmaschig kontrolliert werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen Clindamycin oder Lincomycin oder einen anderen Bestandteil der entsprechenden Arzneizubereitung stellen eine Kontraindikation dar.

Wichtige Hinweise

Fertilität, Schwangerschaft, Stillzeit

Clindamycin passiert beim Menschen die Plazenta-Schranke. Klinische Studien an schwangeren Frauen ergaben keine erhöhte Häufigkeit von angeborenen Fehlbildungen bei systemischer Verabreichung von Clindamycin während des zweiten und dritten Trimesters der Schwangerschaft. Für schwangere Frauen im ersten Trimester der Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Studien vor. Clindamycin darf deshalb während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist unbedingt erforderlich.

Oral und parenteral angewendetes Clindamycin wurde in der Muttermilch nachgewiesen. Wegen des Risikos für schwerwiegende Nebenwirkungen beim gestillten Säugling sollte Clindamycin in der Stillzeit nicht angewendet werden.

Fertilitätsstudien an Ratten nach oraler Clindamycingabe ergaben keine Auswirkungen auf die Fertilität oder Gebärfähigkeit.

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Clindamycin hat einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen, da Nebenwirkungen wie z. B. Schwindel und Schläfrigkeit die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit beeinflussen können.

Weitere Details zu diesem Wirkstoff können Sie der Fachinformation entnehmen.

Verwandte Wirkstoffe

Clindamycin  (ATC-Klasse J01FF01) gehört zu der Gruppe der Lincosamide.

Ein anderer Vertreter dieser Klasse ist:

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
18323-44-9
Molare Masse:
424.98 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 3.0 H
Q0-Wert:
0.8
Kindstoff(e):
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