Clotrimazol

Clotrimazol ist ein Breitbandantimykotikum zur topischen Anwendung.

Clotrimazol 1 % Creme (Anwendung auf der Haut)
Clotrimazol 1 % Lösung zum Auftragen auf die Haut (Anwendung auf der Haut)
Clotrimazol 1 % Puder zum Auftragen auf die Haut (Anwendung auf der Haut)
Clotrimazol 100 mg Vaginaltabletten (Vaginale Anwendung)
Clotrimazol 100 mg Zäpfchen (Vaginale Anwendung)
Clotrimazol 200 mg Vaginaltabletten (Vaginale Anwendung)
Clotrimazol 200 mg Zäpfchen (Vaginale Anwendung)

Indikation (Anwendung)

Clotrimazol wird bei Pilzinfektionen der Haut angewendet. Es kommt meist in Form von Cremes insbesondere bei Fußpilz sowie in Form von Vaginalzäpfchen und Cremes bei Pilzinfektionen der Scheide (meist Candida-Vulvitis) zum Einsatz.

Pharmakologie

Pharmakodynamik (Wirkung)

Clotrimazol ist ein Imidazol-Derivat und hemmt bei Pilzen die Ergosterolsynthese. Dies führt zu Aufbau- und Funktionsstörungen der Zellmembran und die Vermehrung der Pilze wird inhibiert. Clotrimazol bindet zudem direkt an Phospholipide in der Zellmembran, was zu Störungen der Membranstruktur und Änderung der Membranpermeabilität führt.

Die Wirkung ist primär fungistatisch, abhängig von der Clotrimazol-Konzentration am Wirkort auch fungizid. In vitro ist die Wirkung auf proliferierende Pilzelemente begrenzt, Pilzsporen sind nur wenig empfindlich.

Das antimykotische Wirkungsspektrum von Clotrimazol ist breit und umfasst Dermatophyten, Hefepilze (Sprosspilze), Schimmelpilze und dimorphe Pilze. Neben seiner antimykotischen Wirkung hemmt Clotrimazol auch die Vermehrung gram-positiver (Streptokokken/Staphylokokken/ Gardnerella vaginalis) und gram-negativer (Bacteroides) Mikroorganismen.

Es sind fast keine signifikanten Resistenzen von klinisch relevanten Pilzen gegen Clotrimazol bekannt.

Pharmakokinetik

Clotrimazol wird von intakter oder entzündeter Haut nur in geringem Ausmaß (3-10 %) resorbiert. In der Leber erfolgt eine rasche Metabolisierung in pharmakologisch inaktive Metaboliten und die resultierenden Plasmaspitzenkonzentrationen betragen weniger als 10 ng/ml. Systemische  Effekte bzw. Nebenwirkungen sind daher bei topischer Anwendung von Clotrimazol unwahrscheinlich.

Nebenwirkungen

Kontaktallergische Reaktionen können sich auch über das Kontaktareal hinaus (so genannte Streureaktionen) manifestieren und äußern sich durch Juckreiz, Rötung, Bläschen.

Im Folgenden sind die Nebenwirkungen von Clotrimazol nach ihrer Häufigkeit aufgelistet:

Selten:

  • Hautreizungen (z.B. Brennen, Stechen)

Sehr selten:

  • allergische Dermatitis

Nicht bekannt:

  • allergische Reaktionen (Nesselsucht, Hypotonie, Atemnot, Ohnmacht)
  • Juckreiz, Brennen, Hautrötung, Hautreizung, Hautausschlag,
  • genitale Hautablösungen, Ödeme,
  • Unbehagen, Beckenschmerzen, Vaginalblutungen
  • Unterleibsschmerzen

Wechselwirkungen (Interaktionen)

Die gleichzeitige Anwendung von vaginal appliziertem Clotrimazol und oralem Tacrolimus (FK-506 Immunsuppressivum) kann zu einem Anstieg des Tacrolimus- und gleichermaßen Sirolimus-Plasmaspiegels führen. Patienten sollten sorgfältig auf Symptome einer Überdosierung von Tacrolimus oder Sirolimus überwacht werden (evtl. auch Bestimmung des Plasmaspiegels).

Die Wirksamkeit von Amphotericin und anderen Polyenantibiotika (Nystatin, Natamycin) wird durch Clotrimazol vermindert.

Kontraindikation

  • Überempfindlichkeit gegenüber Clotrimazol
  • während der Stillzeit im Brustbereich

Wichtige Hinweise

Fertilität, Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft

Clotrimazol kann während der Schwangerschaft angewendet werden, jedoch nur unter ärztlicher Kontrolle. Vorsicht ist insbesondere im ersten Trimenon geboten, da ein erhöhtes Spontan-Abort-Risiko möglich ist.

Die Daten von mehreren Tausend exponierten Schwangeren zeigten keine Nebenwirkungen von Clotrimazol auf die Schwangerschaft und die Gesundheit des Feten/Neugeborenen. Untersuchungen an Tieren zeigten keine direkt oder indirekt schädlichen Auswirkungen bezüglich Schwangerschaft, embryonaler/fetaler Entwicklung, Entbindung oder postnataler Entwicklung.

Stillzeit

Clotrimazol-haltige Cremes können während der Stillzeit angewendet werden. Es darf jedoch keine Anwendung von Clotrimazol im Bereich der laktierenden Mamma erfolgen.

Bei vaginaler Anwendung sowie der Anwendung im Bereich der Schamlippen ist die systemische Resorption gering, so dass die Anwendung während der Stillzeit kein Risiko für den Säugling birgt. Es sollte jedoch während der Stillzeit nur nach ärztlicher Anleitung angewendet werden.

Fertilität

Studien am Menschen zum Einfluss von Clotrimazol auf die Fertilität liegen nicht vor. Tierexperimentelle Studien haben keinen Effekt des Arzneimittels auf die Fertilität gezeigt.

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Clotrimazol hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Weitere Details zu diesem Wirkstoff können Sie der Fachinformation entnehmen.

Verwandte Wirkstoffe

Das Imidazol-Derivat Clotrimazol ist ein Antimykotikum und gehört entsprechend seiner Anwendung verschiedenen ATC-Klassen (A01AB, D01AC, G01AF) an.

Andere Imidazol-Derivate zur Behandlung von Pilzerkrankungen sind z.B.:

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
23593-75-1
Molare Masse:
344.84 g·mol-1
Q0-Wert:
1.0
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