Colistin

Colistin ist ein Antibiotikum, das über viele Jahre wegen seiner starken Nebenwirkungen in hohen Dosierungen innerlich kaum noch eingesetzt wurde.

Colistin: Übersicht

Anwendung

Da immer mehr Enterobakterien Resistenzen gegen die handelsüblichen Antibiotika, insbesondere auch gegen solche aus der Gruppe der Carbapeneme, entwickeln, erlebt Colistin zur parenteralen Gabe neuerdings eine Renaissance in vielen Ländern. In Deutschland ist der Einsatz immer noch sehr zurückhaltend.
Zugelassen ist der Wirkstoff für die Therapie von Atemwegsinfektionen durch Pseudomonas aeruginosa bei Patienten mit zystischer Fibrose und zur Darmdekontamination vor operativen Eingriffen oder als begleitende Maßnahme in der Chemotherapie und bei Patienten mit Immunschwäche.

Pharmakologie

Colistin gehört zur Wirkstoffgruppe der Peptid-Antibiotika oder Polymyxine. Der Wirkstoff bekämpft erfolgreich Erreger wie Salmonellen, Shigellen, Haemophilus influenzae, Pasteurellen, Acinetobacter, Pseudomonas aeruginosa, Escherichia coli, Enterobacter und Klebsiellen. Gonokokken, Meningokokken, Proteus und grampositive Bakterien sind in aller Regel resistent gegen die Wirkung von Colistin.
Bei innerlicher Anwendung kann Colistin das Nervensystem und die Nieren schädigen. Bei der Inhalation sind Asthmaanfälle eine Nebenwirkung, bei der lokalen Anwendung als Salbe Kontaktdermatitis.
In Medikamenten ist der Wirkstoff als Colistinsulfat enthalten.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
1066-17-7
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 9.1 H
Q0-Wert:
0.1
Kindstoff(e):
Colistin sulfat (CAS 1264-72-8)

Autor: Redaktion Gelbe Liste

Stand: 28.10.2016

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