Dapson

Dapson gehört chemisch zur Wirkstoffgruppe der Sulfone. Mit Blick auf die Wirkung handelt es sich um ein Antirheumatikum mit antibiotischer Wirkung.

Dapson: Übersicht

Anwendung

Das wichtigste Anwendungsgebiet von Dapson sind entzündliche Hauterkrankungen mit Blasenbildung (z.B. herpetiforme Dermatosen und Pemphigus). Ferner wird der Wirkstoff zur Basistherapie bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises angewendet. Darüber hinaus wird Dapson in der Therapie von Lepra, Malaria und Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PcP) eingesetzt.

Pharmakologie

Der entzündungshemmende Effekt bei rheumatischen Erkrankungen ist bislang nicht eindeutig geklärt. Bei herpetiformer Dermatitis führt Dapson zu einer lokalen Anhäufung von polymorphonukleären Leukozyten. Die Wirkung gegen Bakterien und Protozoen erzielt Dapson größtenteils, indem es die Folsäureproduktion der Krankheitserreger stört. Die häufigsten Nebenwirkungen von Dapson sind Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden. Eine schwerwiegende Nebenwirkung ist das DRESS-Syndrom (Drug Rash with Eosinophilia and Systemics Symptoms). Dabei handelt es sich um eine seltene heftige Medikamentenreaktion, die meist 2 bis spätestens 8 Wochen nach Therapiebeginn mit Fieber, starken Gelenkschmerzen und Hautausschlägen sowie Funktionsstörungen von Nieren und Leber einhergeht. Andere Wirkstoffe, die ein DRESS-Syndrom auslösen können, sind beispielsweise Allopurinol, Carbamazepin, Lamotrigin und Phenytoin. In gut 10 Prozent der Fälle verläuft das DRESS-Syndrom tödlich.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
80-08-0
Molare Masse:
248.3 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 36.0 H
Q0-Wert:
0.9

Autor: Charly Kahle

Stand: 10.11.2016

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2 Präparate mit Dapson
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