Dupilumab

Dupilumab ist ein antiinflammatorischer und selektiv immunsupprimierender Wirkstoff, der zur Behandlung einer mittelschweren bis schweren atopischen Dermatitis angewendet wird. Dupilumab gehört als rekombinanter, humaner, monoklonaler IgG4-Antikörper mit neuartigem Wirkmechanismus zur pharmakotherapeutischen Gruppe der Biologika, monoklonale IgG4-Antikörper (ATC D11AH05).

Dupilumab 300 mg Injektionslösung in Fertigspritze (Parenterale Anwendung)

Inhaltsverzeichnis

Anwendung

Dupilumab wird zur Behandlung von adulten Patienten mit mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis (AD) angewandt, für die eine systemische Therapie in Frage kommt.

Pharmakologie

Pharmakodynamik (Wirkung)

Dupilumab ist ein rekombinanter, humaner, monoklonaler IgG4-Antikörper, der sich gegen die Alpha-Untereinheit der Rezeptoren von Interleukin-4 und Interleukin-13 (IL-4, IL-13) richtet. Infolge werden die Signalwege der beiden Zytokine gehemmt. Der Einfluss auf den IL-4-Effekt beruht auf der Blockade des Typ-I-Rezeptors (IL-4Rα/γc). Zudem wird die IL-4-Reaktion, ebenso wie die Signalkaskade von IL-13, über den Typ-II-Rezeptor (IL-4Rα/IL-13Rα) beeinflusst. Beide Interleukine werden von T-Helferzellen (Th2) ausgeschüttet und spielen als zentrale Typ-2-Zytokine eine Schlüsselrolle bei der atopischen Dermatitis. Blockiert Dupilumab die Rezeptoren, wird die überaktive Signalkaskade gestoppt und Entzündungsreaktionen lassen nach.

Dupilumab senkt die Konzentration:

  • von Typ-2-Immunitätsbiomarkern wie thymus- und aktivierungsreguliertes Chemokin (TARC/CCL17)
  • des Gesamt-IgE im Serum
  • des allergenspezifischen IgE im Serum
  • des mit dem Schweregrad der atopischen Dermatitis assoziierten Biomarkers Laktatdehydrogenase (LDH).

Pharmakokinetik

Nach einer subkutan injizierten Einzeldosis von 75–600 mg Dupilumab wird die maximale Serumkonzentration (t) im Mittel zwischen 3 und 7 Tagen erreicht. Die geschätzte absolute Bioverfügbarkeit von Dupilumab liegt nach einer s. c. Dosis bei 64 Prozent.

Nach Gabe einer Anfangsdosis von 600 mg und einer Dosis von 300 mg alle zwei Wochen werden die Steady-State-Konzentrationen erfahrungsgemäß bis Woche 16 erreicht. Das Verteilungsvolumen von Dupilumab wird auf etwa 4,6 l geschätzt. Das lässt vermuten, dass die Verteilung von Dupilumab primär vasculär erfolgt.

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:

  • Reaktionen an der Injektionsstelle.

Häufige Nebenwirkungen:

  • Konjunktivitis
  • oraler Herpes
  • Eosinophilie
  • Kopfschmerzen
  • allergische Konjunktivitis, Augenjucken, Blepharitis.

Sehr seltene Nebenwirkungen:

  • Serumkrankheit/Serumkrankheit-ähnliche Reaktionen.

Wechselwirkungen

Sicherheit und Wirksamkeit der gleichzeitigen Anwendung von Dupilumab und Lebendimpfstoffen wurden bislang nicht untersucht.

Patienten mit atopischer Dermatitis, die 16 Wochen lang einmal wöchentlich 300 mg Dupilumab erhielten, wurden hinsichtlich der Immunreaktionen auf eine Impfung untersucht. Nach zwölfwöchiger Therapie mit Dupilumab erfolgte eine Impfung mit einem Tdap-Impfstoff (T-Zell-abhängig) und einem Meningokokken-Polysaccharid-Impfstoff (T-Zell-unabhängig). Nach vier Wochen wurden die Immunreaktionen beurteilt. Die Antikörperreaktionen auf den Tetanus-Impfstoff wie auch auf den Meningokokken-Polysaccharid-Impfstoff waren in der Dupilumab-Kohorte ähnlich wie die im Placebo-Arm. Unerwünschte Wechselwirkungen zwischen den jeweiligen Totimpfstoffen und Dupilumab konnten nicht festgestellt werden. Demnach gibt es keine Einschränkungen, wenn mit Dupilumab behandelte Patienten gleichzeitig inaktivierte oder Totimpfstoffe erhalten sollen.

Anhand der bisherigen Erfahrungen sind keine klinisch relevanten Wirkungen von Dupilumab auf die Aktivität von CYP1A2, CYP3A, CYP2C19, CYP2D6 oder CYP2C9 zu erwarten.

Kontraindikation

Dupilumab darf nicht bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff angewendet werden.

Unterbrechung und Abbruch der Behandlung

Im Fall einer systemischen Überempfindlichkeitsreaktion (sowohl unmittelbar als auch verzögert), muss die Gabe von Dupilumab sofort beendet werden. Gleichzeitig ist unverzüglich eine geeignete Therapie einzuleiten.

Kommt es während der Behandlung mit Dupilumab zu einer Wurm-Infektion und spricht diese nicht auf eine Behandlung gegen Helminthose an, muss die Behandlung mit Dupilumab so lange unterbrochen werden, bis die Infektion abgeklungen ist. Dupilumab kann, basierend auf der Interleukin-Rezeptorblockade, die Immunreaktion auf eine Helminthose beeinflussen. Eine vorbestehende Helminthose sollten vor Therapiebeginn mit Dupilumab behandelt werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Bislang gibt es nur sehr begrenzte Erfahrungen zu Dupilumab in der Schwangerschaft. Tierexperimentelle Studien zeigten jedoch keine Hinweise auf eine direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkung bezüglich der Reproduktionstoxizität. Dennoch darf Dupilumab von schwangeren Frauen nur angewendet werden, wenn der Nutzen der Therapie das potenzielle Risiko für das Ungeborene rechtfertigt.

Derzeit ist unklar, ob Dupilumab in die Muttermilch ausgeschieden oder nach der Einnahme systemisch resorbiert wird. Möglicherweise kann es sinnvoll sein, das Stillen zu unterbrechen oder die Behandlung mit Dupilumab auszusetzen. Eine Entscheidung sollte nach individueller Nutzen-Risiko-Einschätzung getroffen werden.

Tierexperimentelle Studien ergaben, dass Dupilumab die Fertilität nicht beeinträchtigt.

Hinweise

Klingt eine während der Dupilumab-Behandlung entwickelte Konjunktivitis nach der Standardbehandlung nicht ab, sollte ein ophthalmologisches Konsil erfolgen.

Bislang fehlen Untersuchungen zu Sicherheit und Wirksamkeit von Dupilumab bei der Behandlung von Asthma. Bei komorbidem Asthma sollte die Asthma-Behandlung ohne vorherige ärztliche Absprache weder angepasst noch abgesetzt werden. Wird die Behandlung mit Dupilumab unterbrochen oder beendet, sind Asthma-Patienten sorgfältig zu überwachen.

Weitere Details zu diesem Wirkstoff können Sie der vorliegenden Fachinformation entnehmen.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
1190264-60-8
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