Etanercept

Etanercept ist ein Wirkstoff aus der Klasse der Biosimilars und bindet als dimeres Fusionsprotein den Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-a). Als Arzneimittel wird Etanercept zur Eindämmung von Entzündungsreaktionen bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt.

Etanercept 25 mg Injektionslösung in Fertigspritze (Parenterale Anwendung)
Etanercept 50 mg Injektionslösung in Fertigspritze (Parenterale Anwendung)
Etanercept 50 mg Lösung zur Injektion im Fertigpen (Parenterale Anwendung)

Inhaltsverzeichnis

Anwendung

Etanercept wird durch seine immunsuppressiven und entzündungshemmenden Eigenschaften in der Therapie von rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis, Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) und Psoriasis eingesetzt.

Pharmakologie

Pharmakodynamik (Wirkung)

Etanercept ist ein Inhibitor von TNF-α. Durch seine Struktur gibt sich der Wirkstoff als TNF-α-Rezeptor aus und fängt dieses somit ab. TNF-α ist ein Zytokin, das von Lymphozyten und Makrophagen gebildet wird und sowohl Entzündungen (Inflammationen) initiieren als auch verstärken kann. Wird TNF-α durch Etanercept abgefangen, werden entzündliche Reaktionen des Körpers reduziert. Der Wirkstoff wird deshalb vor allem bei Autoimmunerkrankungen angewendet.

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik von Etanercept ist bei Patienten mit rheumatoider Arthritis vergleichbar mit der bei gesunden Individuen und Patienten mit ankylosierenden Spondylitis, kongestiver Herzinsuffizienz und Psoriasis. Nach s.c.-Injektion wird Etanercept langsam absorbiert und erreicht nach ca. 48 bis 60 Stunden eine Maximalkonzentration. Der Wirkstoff hat mit ca. 70 Stunden eine lange Eliminationshalbwertszeit. Die Clearance liegt in etwa bei 0,11 l/h.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen unter Etanercept-Therapie sind Infektionen, Fieber, Pruritus und Reaktionen an der der Injektionsstelle.

In seltenen Fällen kann unter der Behandlung mit Etanercept eine Panzytopenie und in sehr seltenen Fällen eine aplastische Anämie auftreten.

Weiterhin wird über das Auftreten von Autoantikörpern, neurologischen Erkrankungen, interstitiellen Lungenerkrankungen und in sehr seltenen Fällen von dem Auftreten eines Guillain-Barré-Syndroms berichtet.

Eine Etanercept-Therapie wurde außerdem mit schweren Infektionen, Sepsis, Tuberkulose, invasiven Pilzinfektionen, Listeriose und Legionellose in Verbindung gebracht.

Wechselwirkungen

Eine Kombination mit Anakinra, Sulfasalazin oder Abatacept steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen.

Kontraindikation

  • Schwangerschaft (erhöhte Rate schwerer Geburtsfehler)
  • Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Etanercept, Sepsis oder Risiko einer Sepsis sowie bei aktiven Infektionen, soll der Arzneistoff nicht angewendet werden
  • Vor, während und nach der Therapie müssen Patienten auf mögliche Infektionen hin untersucht werden (lange Halbwertzeit beachten)
  • Gleichzeitige Verabreichung eines Lebendimpfstoffes ist eine Gegenanzeige
  • Bei Leber- und Nierenfunktionsstörungen muss die Dosis von Etanercept angepasst werden
  • Besteht eine Herzinsuffizienz, sollte der Arzt Etanercept mit Vorsicht anwenden
  • Diabetiker haben unter der Anwendung ein erhöhtes Hypoglykämierisiko

Wichtige Hinweise

Die lange Halbwertszeit von ca. 70 Stunden ist im Hinblick auf Wechselwirkungen und Anwendungsbeschränkungen zu beachten.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
185243-69-0
Molare Masse:
51183.6 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 70.0 H
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