Fentanyl

Fentanyl ist ein überaus starkes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide. Die Wirkung ist etwa bis zu 100-mal so stark wie die von Morphin. Fentanyl wird bei starken und stärksten Schmerzen eingesetzt, beispielsweise in der Notfallmedizin, bei Durchbruchschmerzen oder bei der Behandlung von Krebs-Patienten. Weitere Anwendung findet der Wirkstoff in der Anästhesie.

Indikation (Anwendung)

Das starke Analgetikum Fentanyl ist als Injektionslösung, transdermales Pflaster (TTS) und als Sublingualtablette (Lutschtablette) verfügbar. Die Anwendungsgebiete von Fentanyl sind:

  • schwere chronische Schmerzen, die nur mit Opioid-Analgetika adäquat behandelt werden können
  • Durchbruchschmerzen
  • bei chirurgischen Eingriffen in der Anästhesie

Pharmakologie (Wirkung)

Pharmakodynamik

Fentanyl entfaltet seine schmerzstillende und sedierende Wirkung durch Bindung an die Opioidrezeptoren. Besonders stark ist die agonistische Wirkung am μ-Opioidrezeptor, geringer ausgeprägt an δ- und κ-Opioidrezeptoren.

Pharmakokinetik

Fentanyl besitzt eine hohe Clearance und wird rasch und extensiv, hauptsächlich von CYP3A4, metabolisiert. 75 % von  Fentanyl werden hauptsächlich in Form von Metaboliten in den Urin, weniger als 10 % unverändert ausgeschieden.

Nebenwirkung

Als sehr häufig auftretenden Nebenwirkungen (≥ 1/10) werden u.a. angegeben:

  • Somnolenz, Schwindel, Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen, Obstipation

Alle weiteren Nebenwirkungen können der Fachinformation entnommen werden.

Interaktion (Wechselwirkung)

Kontraindikation und Anwendungsbeschränkung

  • Überempfindlichkeit gegenüber Fentanyl
  • schwere Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems
  • schwere Atemdepression
  • Epileptiker, bei denen eine intraoperative Herdlokalisation vorgenommen werden soll

Wichtige Hinweise

  • Fentanyl gehört zu den Betäubungsmitteln (BtM) und fällt unter die entsprechenden rechtlichen Restriktionen. Bei der Verschreibung und Anwendung des Wirkstoffes sind nach Angaben der Arzneimittelkommission (AMK) der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) strengste Kriterien anzulegen, da immer wieder über schwere Nebenwirkungen und Todesfälle in Zusammenhang mit der nicht fachgerechten Gabe von Fentanyl berichtet wird.
  • Fentanyldihydrogencitrat ist inkompatibel mit Thiopental, Methohexital und Pentobarbital.

 

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
437-38-7
Molare Masse:
336.47 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 0.2 H
Q0-Wert:
0.95
Kindstoff(e):
Fentanylcitrat (CAS 990-73-8), Fentanyl hydrochlorid (CAS 1443-54-5)
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