Fluoxetin

Fluoxetin aus der Wirkstoffklasse der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wird in der Therapie von Depressionen angewendet.

Inhaltsverzeichnis

Anwendung

Fluoxetin wird hauptsächlich zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Das Antidepressivum wirkt anxiolytisch und stimmungsaufhellend. Fluoxetin ist außerdem ein starker CYP2D6-Inhibitor und besitzt eine sehr lange Halbwertszeit.

Anwendungsgebiete

  • Episoden einer Major Depression
  • Zwangsstörung
  • Bulimie

Pharmakologie

Pharmakodynamik (Wirkung)

Der Wirkstoff Fluoxetin hemmt den Serotonintransporter und somit die Wiederaufnahme von Serotonin aus dem synaptischen Spalt. Bei höheren Konzentrationen inhibiert der Wirkstoff außerdem 5HT2C-Rezeptoren.

Pharmakokinetik

  • Fluoxetin wird nach oraler Gabe gut aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert. Die Bioverfügbarkeit wird durch Nahrungsaufnahme nicht beeinträchtigt.
  • Verteilung
  • Fluoxetin wird zu etwa 95 Prozent an Plasmaproteine gebunden und hat ein großes Verteilungsvolumen.
  • Fluoxetinunterliegt einem „first-pass-effect" in der Leber. Plasmaspitzenkonzentrationen werden im Allgemeinen 6 bis 8 Stunden nach der Einnahme erreicht.
  • Fluoxetin wird weitgehend durch das polymorphe Enzym CYP2D6 metabolisiert.
  • Die Eliminationshalbwertszeit von Fluoxetin beträgt 4 bis 6 Tage und die des Metaboliten Norfluoxetin 4 bis 16 Tage.
  • Aufgrund dieser langen Halbwertszeiten verbleibt 5 bis 6 Wochen nach Absetzen noch wirksame Substanz im Körper.
  • Die Elimination erfolgt hauptsächlich (ca. 60 Prozent) über die Niere.
  • Fluoxetin geht außerdem in die Muttermilch über.

Nebenwirkungen

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen bei Patienten, die mit Fluoxetin behandelt wurden, waren:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Müdigkeit
  • Diarrhö

Schweregrad und Häufigkeit von Nebenwirkungen können im Verlauf der Behandlung abnehmen und führen im Allgemeinen nicht zu einem Abbruch der Behandlung.

Wechselwirkungen

  • Irreversible nicht-selektive Monoaminoxidasehemmer → Kontraindizierte Kombination
  • Metoprolol (eingesetzt bei Herzinsuffizienz) → Kontraindizierte Kombination, da Fluoxetin das Risiko für Nebenwirkungen von Metoprolol wie z.B. eine ausgeprägten Bradykardie, erhöhen kann,durch Hemmung des Metabolismus von Metoprolol
  • Tamoxifen → pharmakokinetische Interaktion zwischen CYP2D6-Inhibitoren und Tamoxifen mit 65-75%iger Reduktion der Plasmaspiegel von Endoxifen, einer der aktiveren Formen von Tamoxifen, wurde in der Literatur beschrieben. Eine reduzierte Wirksamkeit von Tamoxifen wurde bei gleichzeitiger Anwendung mit einigen SSRI Antidepressiva in einigen Studien berichtet.
  • Alkohol
  • Mequitazin → Risiko für Nebenwirkungen von Mequitazin (wie z.B. QT-Zeitverlängerung) erhöht, da Fluoxetin den Metabolismus von Mequitazin hemmt.
  • Phenytoin → Veränderungen der Blutspiegel möglich.
  • Arzneimittel, die die Hämostase beeinflussen (orale Antikoagulanzien unabhängig vom Mechanismus, Plättchenaggregationshemmer einschließlich Acetylsalicylsäure und NSARs)
  • Cyproheptadin → Es gibt einzelne Fallberichte einer verminderten antidepressiven Wirkung von Fluoxetin, wenn Fluoxetin in Kombination mit Cyproheptadin eingenommen wird.

Kontraindikation

Fluoxetin ist in folgenden Fällen kontraindiziert:

  • bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • in Kombination mit irreversiblen nichtselektiven MAO-Hemmern (z.B. Tranylcypromin)
  • in Kombination mit Metoprolol, wenn Metoprolol bei Herzinsuffizienz eingesetzt wird

Schwangerschaft/Stillzeit

  • Einige epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass das Risiko für kardiovaskuläre Fehlbildungen des Kindes erhöht ist, wenn die Mutter während des ersten Drittels der Schwangerschaft mit Fluoxetin behandelt wurde.
  • Obwohl Fluoxetin während der Schwangerschaft gegeben werden kann, ist darüber hinaus Vorsicht angebracht, besonders während der Spätschwangerschaft und kurz vor der Geburt, da einige andere Wirkungen bei Neugeborenen berichtet wurden: Irritabilität, Zittern, Muskelhypotonie, anhaltendes Schreien, Schwierigkeiten beim Saugen oder Schlafen. Diese Symptome können entweder für serotonerge Wirkungen oder ein Entzugssyndrom sprechen. Der Zeitpunkt des Auftretens und die Dauer der Symptome können mit der langen Halbwertszeit von Fluoxetin (4 bis 6 Tage) und seines wirksamen Metaboliten Norfluoxetin (4 bis16 Tage) zusammenhängen.
     
  • Es ist bekannt, dass Fluoxetin und sein Metabolit Norfluoxetin in die Muttermilch ausgeschieden werden. Bei gestillten Säuglingen wurden Nebenwirkungen berichtet. Wenn eine Behandlung mit Fluoxetin für notwendig gehalten wird, sollte überlegt werden, abzustillen.
     
  • Tierexperimentelle Studien zeigten, dass Fluoxetin die Spermienqualität beeinträchtigen kann. Fallberichte in Zusammenhang mit einigen SSRIs haben gezeigt, dass die Wirkung auf die Spermienqualität beim Menschen reversibel ist.

Hinweise

Die langen Eliminationshalbwertszeiten von Fluoxetin und Norfluoxetin sollten im Hinblick auf pharmakodynamische oder pharmakokinetische Wechselwirkungen beachtet werden (z B. beim Umstellen von Fluoxetin auf ein anderes Antidepressivum).

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
54910-89-3
Molare Masse:
309.33 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 48.0 H
Q0-Wert:
0.85
Kindstoff(e):
Fluoxetin hydrochlorid (CAS 56296-78-7)
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