Ibuprofen

Ibuprofen ist ein Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Der Wirkstoff wird vor allem bei Schmerzen infolge von entzündlichen Prozessen sowie gegen leichte bis mäßige Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen oder Regelschmerzen angewendet. Weitere Anwendungsgebiete sind Gelenkschmerzen durch Arthrose und Sportverletzungen.

Ibuprofen 5 % Creme (Anwendung auf der Haut)
Ibuprofen 5 % Gel (Anwendung auf der Haut)
Ibuprofen 5 mg/ml Injektionslösung (Parenterale Anwendung)
Ibuprofen 20 mg/ml Sirup (Zum Einnehmen)
Ibuprofen 20 mg/ml Suspension zum Einnehmen (Zum Einnehmen)
Ibuprofen 40 mg/ml Suspension zum Einnehmen (Zum Einnehmen)
Ibuprofen 60 mg Zäpfchen (Rektale Anwendung )
Ibuprofen 75 mg Zäpfchen (Rektale Anwendung )
Ibuprofen 125 mg Zäpfchen (Rektale Anwendung )
Ibuprofen 150 mg Zäpfchen (Rektale Anwendung )
Ibuprofen 200 mg Schmelztabletten (Zum Einnehmen)
Ibuprofen 200 mg Tabletten (Zum Einnehmen)
Ibuprofen 200 mg Weichkapseln (Zum Einnehmen)
Ibuprofen 400 mg Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen in Beutelpackung (Zum Einnehmen)
Ibuprofen 400 mg Hartkapsel, retardiert (Zum Einnehmen)
Ibuprofen 400 mg Tabletten (Zum Einnehmen)
Ibuprofen 400 mg Weichkapseln (Zum Einnehmen)
Ibuprofen 600 mg Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen in Beutelpackung (Zum Einnehmen)
Ibuprofen 600 mg Tabletten (Zum Einnehmen)
Ibuprofen 800 mg Tabletten (Zum Einnehmen)
Ibuprofen 800 mg Tabletten mit verzögerter Freisetzung (Zum Einnehmen)

Inhaltsverzeichnis

Anwendung

Der Wirkstoff Ibuprofen wird i.d.R. bei folgenden Indikationen (Anwendungsbereichen) eingesetzt:

  • leichte bis mäßig starke Schmerzen
  • Fieber
  • akute Arthritiden (einschließlich Gichtanfall)
  • chronische Arthritiden, insbesondere bei rheumatoider Arthritis (chronische Polyarthritis)
  • Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) und anderen entzündlichrheumatischen Wirbelsäulenerkrankungen
  • Reizzustände bei degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (Arthrosen und Spondylarthrosen)
  • entzündliche weichteilrheumatische Erkrankungen
  • schmerzhafte Schwellungen und Entzündungen nach Verletzungen
  • Ductus arteriosus Botalli (angeborener Herzfehler)

Anwendungsform

Ibuprofen ist in Form von Tabletten, Filmtabletten, Weichkapseln, Zäpfchen, Retardtabletten, Sirup, Suspensionen, Brausegranulaten, Gelen und Cremes auf dem deutschen Markt verfügbar.

Dosierung

Die empfohlene Dosierung von Ibuprofen liegt bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren zwischen 1200 und 2400 mg pro Tag.

Die maximale Einzeldosis für Erwachsene sollte höchstens 800 mg Ibuprofen betragen.

Pharmakologie

Pharmakodynamik (Wirkung)

Ibuprofen greift in das Entzündungsgeschehen und die Schmerzwahrnehmung ein, indem es die Cyclooxygenasen (COX) COX-1 und COX-2 hemmt und damit die Bildung von Prostaglandinen stoppt. Diese Botenstoffe sind wesentlich an Entzündungsgeschehen sowie an der Weiterleitung und Wahrnehmung von Schmerzsignalen beteiligt. Allerdings bauen Prostaglandine auch die schützende Magenschleimhaut auf, weshalb es bei Einnahme von Ibuprofen zu einer Reduktion der schützenden Schleimschicht innerhalb des Magens kommen kann.

Zusammengefasst wirkt Ibuprofen:

  • analgetisch (schmerzlindernd)
  • antiinflammatorisch (entzündungshemmend)
  • antipyretisch (fiebersenkend)

Pharmakokinetik

  • Bei oraler Applikation wird Ibuprofen zum Teil schon im Magen und anschließend vollständig im Dünndarm resorbiert.
  • Nach hepatischer Metabolisierung (Hydroxylierung, Carboxylierung) werden die pharmakologisch unwirksamen Metabolite vollständig, hauptsächlich renal (90 Prozent), aber auch biliär eliminiert.
  • Die Eliminationshalbwertszeit beträgt beim Gesunden und Leber- und Nierenkranken 1,8 bis 3,5 Stunden.
  • Die Plasmaproteinbindung liegt bei etwa 99 Prozent..
  • Maximale Plasmaspiegel werden nach oraler Gabe einer normal freisetzenden Arzneiform nach 1 bis 2 Stunden erreicht.

Nebenwirkungen

Die unerwünschten Arzneimittelwirkungen variieren je nach Dosis und Dauer der Anwendung. Zu den sehr häufig auftretenden häufig (≥1/10) zählen:

  • Gastrointestinale Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Diarrhö, Verstopfung und geringfügige Magen-Darm-Blutverluste, die in Ausnahmefällen eine Anämie verursachen können.

Wechselwirkungen

Ibuprofen (wie andere NSAR) sollte nur mit Vorsicht zusammen mit den folgenden Arzneistoffen eingenommen werden:

  • Andere NSAR einschließlich Salicylate ► Risiko gastrointestinaler Ulzera und Blutungen erhöht
  • Digoxin, Phenytoin, Lithium ► Serumspiegel dieser Arzneimittel kann sich erhöhen
  • Diuretika, ACE-Hemmer, Betarezeptorenblocker und Angiotensin-II-Antagonisten ► Wirkung von Diuretika und Antihypertensiva kann abgeschwächt werden. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann es zu einer weiteren Verschlechterung der Nierenfunktion, einschließlich eines möglichen akuten Nierenversagens, kommen. Vor allem bei älteren Patienten sollte eine solche Kombination daher nur mit Vorsicht angewendet werden ► Patienten müssen zu einer adäquaten Flüssigkeitseinnahme aufgefordert werden und eine regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte sollte in Erwägung gezogen werden
  • Kaliumsparende-Diuretika ► Hyperkaliämie möglich
  • Glucocorticoide ► erhöhtes Risiko gastrointestinal Ulzera oder Blutungen
  • Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure und selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) ► erhöhtes Risiko gastrointestinal Blutungen
  • Niedrig dosierte Acetylsalicylsäure ► Wirkung von niedrig dosierter Acetylsalicylsäure auf die Blutplättchenaggregation kann gehemmet sein. Jedoch lassen sich wegen der begrenzten Datenlage keine sicheren Schlussfolgerungen treffen. Bei gelegentlicher Anwendung von Ibuprofen ist eine klinisch relevante Wechselwirkung unwahrscheinlich
  • Methotrexat ► erhöhte Konzentration von Methotrexat und Zunahme seiner toxischen Wirkung
  • Ciclosporin ► Risiko einer nierenschädigenden Wirkung durch Ciclosporin wird erhöht
  • Antikoagulanzien ► Wirkung von Antikoagulanzien wie Warfarin kann verstärket werden
  • Sulfonylharnstoffe ► Kontrolle der Blutzuckerwerte empfohlen
  • Tacrolimus ► Risiko der Nephrotoxizität ist erhöht, wenn beide Arzneimittel gleichzeitig verabreicht werden
  • Zidovudin ► Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Hämarthrosen und Hämatome bei HIV-positiven Hämophilie-Patienten, die gleichzeitig Zidovudin und Ibuprofen einnehmen
  • Probenecid und Sulfinpyrazon ► Ausscheidung von Ibuprofen kann verzögert werden

Kontraindikationen

Ibuprofen soll nicht angewendet werden bei:

  • einer bekannten Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • bekannten Reaktionen von Bronchospasmus, Asthma, Rhinitis oder Urtikaria nach der Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Entzündungshemmern in der Vergangenheit
  • ungeklärten Blutbildungsstörungen
  • bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen peptischen Ulzera oder Hämorraghien (mindestens 2 unterschiedliche Episoden nachgewiesener Ulzeration oder Blutung)
  • gastrointestinalen Blutungen oder Perforation in der Anamnese im Zusammenhang mit einer vorherigen Therapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika/Antiphlogistika (NSAR)
  • zerebrovaskulären oder anderen aktiven Blutungen
  • schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
  • schwerer Herzinsuffizienz
  • letztes Drittel der Schwangerschaft

Schwangerschaft/Stillzeit

  • Im letzten Drittel der Schwangerschaft sollte die Einnahme von Ibuprofen unterbleiben, da der Wirkstoff in dieser Zeit das Risiko für Fehlbildungen erhöht. Vor der Geburt angewendet, unterdrückt Ibuprofen die Wehen.
  • Ibuprofen geht in die Muttermilch über, weshalb der Wirkstoff während der Stillzeit nicht dauerhaft eingesetzt werden sollte.

Anwendungshinweise

  • Bei älteren Patienten kommt es unter NSAR-Therapie häufiger zu unerwünschten Wirkungen, vor allem zu gastrointestinalen Blutungen und Perforationen, auch mit letalem Ausgang
  • Gastrointestinale Blutungen, Ulzera oder Perforationen, auch mit letalem Ausgang, wurden unter allen NSAR berichtet. Sie traten mit oder ohne vorherige Warnsymptome bzw. schwerwiegende gastrointestinale Ereignisse in der Anamnese zu jedem Zeitpunkt der Therapie auf.
  • Eine angemessene Überwachung und Beratung von Patienten mit Hypertonie und/ oder leichter bis mittelschwerer dekompensierter Herzinsuffizienz in der Anamnese sind erforderlich, da Flüssigkeitseinlagerungen und Ödeme in Verbindung mit NSAR-Therapie berichtet wurden.
  • Ibuprofen kann vorübergehend die Blutplättchenfunktion (Thrombozytenaggregation) hemmen.
  • Bei länger Anwendung ist eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte, der Nierenfunktion sowie des Blutbildes erforderlich.
  • Ganz allgemein kann die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere bei Kombination mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe, zur dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie) führen.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
15687-27-1
Molare Masse:
206.28 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 2.0 H
Q0-Wert:
1.0
Kindstoff(e):
Ibuprofen natrium-2-Wasser (CAS 527688-20-6), Ibuprofen lysin (CAS 57469-77-9), Ibuprofen DL-lysin (CAS 57469-76-8)

Autor: Isabelle Viktoria Maucher (Apothekerin)

Stand: 21.03.2017

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