Insulin glargin

Insulin glargin gehört zur Klasse der langwirksamen Insulin-Analoga und wird als Basal-Insulin zur Therapie des Diabetes mellitus eingesetzt.

Insulin glargin 100 UI/ml Injektionslösung (Parenterale Anwendung)
Insulin glargin 300 UI/ml Injektionslösung (Parenterale Anwendung)

Indikation (Anwendung)

In der Regel wird Insulin glargin einmal täglich abends subkutan appliziert. Der Wirkstoff ist zugelassen für die Behandlung von Diabetes mellitus bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern im Alter ab 2 Jahren.

Pharmakologie (Wirkung)

Pharmakodynamik

Insulin glargin wirkt zwar wie das humane Insulin, ist aber an drei Stellen strukturell verändert worden. Diese Modifikation bewirkt eine längere Wirkdauer. Der Arzneistoff bindet an die α-Untereinheit von Insulin-Rezeptoren (Tyrosinkinase-Rezeptoren), wodurch eine Autophosphorylierung ausgelöst wird. Diese bewirkt eine Translokation des Glucosetransporters Typ-4 (GLUT-4) zur Zelloberfläche sowie eine Glykogensynthese, die die Glucosespeicherung steigert. Alle Mechanismen tragen somit insgesamt zu einer Senkung des Blutglucosespiegels bei.

Pharmakokinetik

Der Wirkstoff Insulin glargin liegt innerhalb der Injektionslösung bei pH 4 gelöst vor. Wird er injiziert, fällt das Insulin-Analogon durch den neutralen pH im Gewebe aus und löst sich schließlich über die Dauer von etwa einem Tag wieder auf. In der A-Kette des Insulins wurde an Position 21 die Aminosäure Asparagin gegen Glycin ersetzt und in der B-Kette wurde an Position 30 die Kette um zwei Arginine erweitert.

Nebenwirkungen

Als sehr häufig und häufig auftretende Nebenwirkungen werden u.a. angegeben:

  • Hypoglykämie
  • Lipohypertrophie
  • Reaktion an der Einstichstelle

Alle weiteren Nebenwirkungen können der Fachinformation entnommen werden.

Interaktionen (Wechselwirkungen)

Folgende Arzneistoffe können die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin glargin abschwächen:

Folgende Arzneistoffe können die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin glargin verstärken:

Für Betablocker (z.B. Metoprolol), Clonidin, Lithiumsalze oder Alkohol sind sowohl verstärkende als auch abschwächende blutzuckersenkende Effekte beschrieben worden.

Kontraindikation und Anwendungsbeschränkung

  • Überempfindlichkeit gegen Insulin glargin

Wichtige Hinweise

  • Insulin glargin darf nicht intravenös appliziert werden, da hierdurch eine schwere Hypoglykämie ausgelöst werden kann.
  • Der Wirkstoff soll außerdem nicht mit einem anderen Insulin gemischt oder verdünnt werden.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
160337-95-1
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