Lidocain

Lidocain wird als Lokalanästhetikum eingesetzt, d.h. für die örtliche Betäubung. Hierbei können sowohl Schmerzen, als auch andere Reize wie z.B. Juckreiz zeitweise gelindert werden. Bei der Weiterleitung der Reize über die Nervenfasern laufen entlang der Nervenfasern bestimmte Prozesse ab, an denen unter anderem Stoffe wie Natrium und Kalium beteiligt sind, indem sie durch kleine Kanäle aus der Nervenfaser heraus oder hinein strömen. Lidocain verhindert die Öffnung der Natrium-Kanäle und blockiert somit reversibel die Weiterleitung der aufgenommenen Reize.

Lidocain 5 % Therapeutisches Pflaster (Anwendung auf der Haut)
Lidocain 10 % Lösung zum Auftragen auf die Haut (Anwendung auf der Haut)

Anwendung von Lidocain

Injektionen mit Lidocain dienen der Schmerzbetäubung bei diagnostischen oder operativen Eingriffen und der Schmerzhemmung bei akuten Schüben von rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew oder Gicht. Zudem kann Lidocain in der Behandlung von ventrikulären Herzrhythmusstörungen angewendet werden. Heute gibt es jedoch andere, effektivere Antiarrhythmika.

Wirkung von Lidocain

Reize wie Schmerzen, Kälte, Wärme, Druck oder Berührungen werden von den Nervenenden wahrgenommen und über Nervenfasern ins Rückenmark und anschließend in das Gehirn geleitet. Bei der Weiterleitung der Reize über die Nervenfasern laufen an den Nervenzellen bestimmte Prozesse ab, an denen unter anderem Stoffe wie Natrium und Kalium beteiligt sind. Lidocain verhindert die Öffnung der Natrium-Kanäle in der Zellmembran. In Folge können keine Natrium-Ionen in die Nervenzelle einströmen. So wird der Nervenimpuls, der sich über die Zellmembran ausbreitet, erschwert und die Weiterleitung der aufgenommenen Reize blockiert. Im Ergebnis wird der Schmerzreiz nicht an das Gehirn weiter geleitet und folglich auch nicht wahrgenommen.

Bei der Behandlung von ventrikulären – also von den Herzkammern ausgehenden - Herzrhythmusstörungen wirkt Lidocain als Klasse Ib-Antiarrhythmikum an den Herzmuskelzellen. Auch dort werden die Natrium-Kanäle blockiert und der Einstrom von Natrium-Ionen verhindert. In Folge sind Herzmuskelzellen weniger stark erregbar und die Fortleitungsgeschwindigkeit bzw. Erregungsausbreitung vermindert sich. In Folge normalisieren sich eine zu schnelle Herzschlagfolge und/oder Extrasystolen.

Nebenwirkungen von Lidocain

Bei der äußerlichen Anwendung sowie beim Gebrauch von Lutschtabletten oder Schleimhaut-Gelen/Salben/Sprays gibt es von vorübergehenden Überempfindlichkeitsreaktionen keine wesentlichen Nebenwirkungen von Lidocain. Bei der Injektion hingegen kann es zu einer ganzen Reihe von schweren Nebenwirkungen kommen. Dazu gehören unter anderem Kreislaufstörungen (bis hinzu Bewusstlosigkeit), Atemfehlfunktionen, niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Ödeme und Lähmungen.

Nutzen von Lidocain

Die Stiftung Warentest hat den Nutzen von Lidocain unter anderem für Entzündungen von Mundschleimhaut- und Zahnfleisch (geeignet), Hämorrhoiden (mit Einschränkung geeignet) und neuropathischen Schmerzen nach Gürtelrose (mit Einschränkung geeignet) untersucht. Die Einschränkungen begründet Warentest damit, dass die Wirksamkeit bei den entsprechenden Indikationen noch besser nachgewiesen werden sollte.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
137-58-6
Molare Masse:
234.34 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 2.0 H
Q0-Wert:
0.9
Kindstoff(e):
Lidocain hydrochlorid (CAS 73-78-9), Lidocain hydrochlorid-1-Wasser (CAS 6108-05-0)
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