Lithium

Der Wirkstoff Lithium bzw. Lithiumsalze werden vor allem in der Therapie von affektiven Störungen eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Anwendung

Wichtigste Anwendungsgebiete sind Manien und manische Phasen bei bipolarer Störung. Hier wird Lithium auch in der Rezidivprophylaxe angewendet. Zudem kann der Wirkstoff akute Depressionen lindern, wenn Antidepressiva nicht wirksam sind oder nicht vertragen werden.

Ein weiteres Anwendungsgebiet von Lithium ist die vorbeugende Therapie von Clusterkopfschmerzen.

Pharmakologie

Lithium wird zu den Neuroleptika und Antidepressiva gezählt. Die Wirkweise ist bislang noch kaum verstanden. So weiß man beispielsweise nicht, warum Lithium einerseits bei Manien die Euphorie bremst, andererseits bei Depressionen aber die Stimmung aufhellt. Bekannt ist, dass Lithium sich vor allem in der weißen Hirnsubstanz anreichert. Man geht inzwischen davon aus, dass Lithium anders als andere Psychopharmaka nicht auf die Signalübertragung an den Synapsen von Nervenzellen wirkt, sondern in den Nervenbahnen selbst.

Offenbar bewirkt Lithium zudem eine verstärkte Freisetzung der Neurotransmitter GABA und Serontonin. Wie dieser Effekt zustande kommt, ist aber ebenfalls nicht geklärt.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Lithium sind überaus vielgestaltig und nicht immer klar von den Symptomen der zu behandelnden Erkrankung zu trennen. Typisch sind unter anderem unterschiedlichste Störungen der Gehirnfunktionen von Koordinationsstörungen über Gedächtnisverlust bis hin zu Halluzinationen und Koma.

Hinweise

In der medikamentösen Rückfallprophylaxe von bipolaren Störungen und Manien haben sich Wirkstoffe wie Lithiumsalze, Carbamazepin, Lamotrigin und Valproat bewährt. Ihre Wirkung setzt allerdings eine sehr strikte Therapietreue voraus.

Eine Analyse von Labordaten des Oxford University Hospitals NHS Trust von 500.000 Patienten über einen Zeitraum von 20 Jahre hat 2015 ergeben, dass Lithium das Risiko für endokrine Dysfunktionen der Schild- und Nebenschilddrüse sowie das Auftreten von Nephropathien erhöht (siehe auch: Renale und endokrine Dysfunktion bei Lithium-Therapie bestätigt)

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
7439-93-2
Molare Masse:
6.94 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 20.0 H
Q0-Wert:
0.02
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