Lorazepam

Der Wirkstoff Lorazepam ist ein vielseitig einsetzbares Benzodiazepin. Die häufigsten Anwendungsgebiete sind schwere Angststörungen, Panikattacken und Schlafstörungen. Daneben wird Lorazepam unter anderem bei Epilepsie, Delirium, Übelkeit und Erbrechen bei Chemo- oder Strahlentherapie sowie vor bestimmten operativen oder diagnostischen Eingriffen angewendet.

Lorazepam 1 mg Tabletten (Zum Einnehmen)
Lorazepam 2 mg Tabletten (Zum Einnehmen)
Lorazepam 2,5 mg Tabletten (Zum Einnehmen)

Wirkung von Lorazepam

Mit einer Wirkdauer von ungefähr 12 Stunden gehört Lorazepam zu den mittellang wirksamen Benzodiazepinen. Der Wirkeintritt erfolgt besonders rasch. Das prädestiniert den Wirkstoff beispielsweise für die Behandlung von Panikattacken. Seine zentral dämpfende, anxiolytische und muskelrelaxierende Wirkung entfaltet Lorazepam wie alle Benzodiazepine, indem er an den Rezeptoren für den Neurotransmitter Gammaaminobuttersäure (GABA) bindet und als GABA-Agonist wirkt. In Folge wird die Wirkung des hemmenden Botenstoffs GABA verstärkt.

Zudem öffnet Lorazepam den Cloridionen-Kanal, wodurch Nervenzellen weniger empfänglich für Reize sind. Insgesamt vermindert sich der Erregungszustand des gesamten Nervensystems.

Die Wirkung von Lorazepam ist in Abhängigkeit von der Dosierung unterschiedlich. In geringer Dosierung wirkt Lorazepam zunächst angstlösend, bei Dosissteigerung dann sedierend und muskelrelaxierend. Bei weiterer Dosis-Erhöhung folgen eine schlafanstoßende bis schlaferzwingende Wirkung. In sehr hoher Dosierung wirkt Lorazepam so stark, dass es zum Beispiel intravenös verabreicht als Notfallmedikament beim Status epilepticus eingesetzt werden kann und den Anfall unterbricht.

Bei Angststörungen oder Panikattacken bietet sich Lorazepam an, weil es bei einer Wirkdauer von etwa 12 Stunden nur einmal täglich als Tablette eingenommen werden muss. Bei Schlafstörungen verabreicht verursacht Lorazepam keinen ausgeprägten Überhangseffekt, verursacht also kaum Müdigkeit am Tag. Lorazepam sollte bei Schlafstörungen eher zurückhaltend eingesetzt werden, da der Wirkstoff nach kurzer Zeit - selbst in therapeutischer Dosierung - abhängig macht und die ursächliche Problematik der Schlafstörung bestehen bleibt.

Nebenwirkungen von Lorazepam

Zentral dämpfende Wirkstoffe wie Lorazepam gehen mit einer Vielzahl von unerwünschten Wirkungen einher, die von Mensch zu Menschen verschieden ausfallen und unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Lorazepam zählen Müdigkeit und eingeschränktes Reaktionsvermögen, nächtliche Sturzgefahr sowie Schwindel und Benommenheit.

Bei älteren Menschen kommt es nach der Gabe von Lorazepam mitunter zu paradoxen Reaktionen wie Unruhe und erhöhter Erregungsfähigkeit.

Bewertung von Lorazepam

Nach Einschätzung der Stiftung Warentest ist Lorazepam ohne Einschränkung geeignet für sofort behandlungsbedürftige (schwere) Angststörungen. Das Arznei-Telegramm verweist darauf, dass Tabletten mit 2,5 mg Lorazepam in den meisten Fällen von Schlafstörungen bis zu 5 Mal so stark hoch dosiert seien wie wahrscheinlich notwendig. Für die kurzfristige Behandlung von Angstzuständen seien Benzodiazepine wie Lorazepam die Mittel der Wahl.

 Verwandte Wirkstoffe

Lorazepam (ATC-Klasse N05BA06) ist ein Benzodiazepin-Derivat und gehört zu der Gruppe der Anxiolytika.


Andere Vertreter dieser Klasse sind:

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
846-49-1
Molare Masse:
321.16 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 15.0 H
Q0-Wert:
1.0
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