Modafinil

Der Wirkstoff Modafinil wird zur Behandlung der Narkolepsie (Schlafsucht) eingesetzt, einer Erkrankung die durch exzessive Tagesschläfrigkeit gekennzeichnet ist. Modafinil gehört zur Gruppe der Stimulantien und wirkt als atypischer Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer.

Modafinil 100 mg Tabletten (Zum Einnehmen)
Modafinil 200 mg Tabletten (Zum Einnehmen)

Indikation (Anwendung)

Modafinil ist indiziert zur Behandlung von exzessiver Schläfrigkeit, die mit Narkolepsie (erhöhte Einschlafneigung in unangemessenen Situationen) mit oder ohne Kataplexie (akuter, reversibler Verlust des Muskeltonus) einhergeht.
Die empfohlene Tagesdosis beträgt zu Beginn der Therapie 200 mg. Bei unzureichendem Ansprechen kann die Dosis auf 400 mg als Einzeldosis erhöht werden.

Pharmakologie (Wirkung)

Pharmakodynamik

Modafinil scheint als Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer zu wirken, wodurch die wachheitsfördernde Wirkung erklärt wird. Der genaue Wirkmechanismus ist allerdings nicht bekannt.

Pharmakokinetik

  • Modafinil ist ein Racemat aus R- und S-Isomer. Der Wirkstoff wird gut resorbiert und erreicht ca. 2 bis 4 Stunden nach Einnahme eine maximale Plasmakonzentration
  • Nahrungsaufnahme hat keinen Effekt auf die Gesamt-Bioverfügbarkeit
  • Modafinil wird in der Leber zu seinem Hauptmetabolit Modafinilsäure metabolisiert (40-50 % der Dosis sind pharmakologisch inaktiv)
  • die Elimination erfolgt über die Niere mit einer Eliminationshalbwertszeit von ca. 15 Stunden
  • Modafinil kann CYP2C19 hemmen und CYP3A4/5 induzieren

Nebenwirkungen

Unter der Therapie mit Modafinil treten sehr häufig (≥1/10) Kopfschmerzen auf. Als häufig auftretende Nebenwirkungen (≥1/100, <1/10 werden u.a. angegeben:

  • verminderter Appetit
  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Mundtrockenheit
  • Nervosität, Insomnie, Angst, Depression, Denkstörungen, Verwirrtheit, Reizbarkeit
  • Schwindelgefühl, Somnolenz, Parästhesien
  • Tachykardie, Palpitationen
  • Asthenie (Kraftlosigkeit), Brustschmerzen
  • pathologische Leberfunktionstests, dosisabhängige Erhöhung der alkalischenPhosphatase und Gamma-Glutamyl-Transferase

Alle weiteren Nebenwirkungen können der Fachinformation entnommen werden.

Interaktionen (Wechselwirkungen)

Für folgende Arzneimittel sind Wechselwirkungen mit Modafinil beschrieben worden:

Kontraindikationen und Anwendungsbeschränkungen

Zu den Gegenanzeigen von Modafinil zählen:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff:
  • unkontrollierte mittelschwere bis schwere Hypertonie
  • Herzrhythmusstörungen

Wichtige Hinweise

  • Bei Patienten mit Leberzirrhose kann die orale Clearance um ca. 60 % herabgesetzt sein, weshalb die Dosierung von Modafinil bei dieser Patientengruppe halbiert werden sollte.
  • Interaktionen mit dem CYP-System sind zu beachten.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
68693-11-8
Molare Masse:
273.35 g·mol-1
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12 Präparate mit Modafinil

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