Paricalcitol

Paricalcitol gehört zur Wirkstoffgruppe der Vitamin D-Abkömmlinge und wird bei sekundärem Hyperparathyreoidismus eingesetzt

Anwendung von Paricalcitol

Paricalcitol wird in der Prävention und begleitenden Therapie von sekundärem Hyperparathyreoidismus in Verbindung mit chronischer Niereninsuffizienz (CKD Stadium 3 und 4) und bei Patienten mit dialysepflichtigem Nierenversagen angewandt. Der Wirkstoff soll den Parathormon-Spiegel senken und so den daraus resultierenden Abbau von Knochensubstanz unterbinden.

Wirkung von Paricalcitol

Paricalcitol wird bei sekundärem Hyperparathyreoidismus eingesetzt. Dieses Krankheitsbild tritt vor allem im Rahmen einer chronischen Nierenschwäche auf. Dabei kommt es in der Nebenschilddrüse – bedingt durch einer zu geringen Blut-Calcium-Konzentration - zu einer kompensatorisch erhöhten Produktion von Parathormon (PTH). Die erhöhte PTH-Sekretion führt mit der Zeit zu einer Nebenschilddrüsenhyperplasie und zu Knochenveränderungen (renale Osteopathie).
Paricalcitol aktiviert die Vitamin D-Rezeptoren und calciumempfindlichen Rezeptoren (CaSR) in der Nebenschilddrüse und reguliert diese nach oben. In Folge wird das überschießende Wachstum des Organs gehemmt und so der Parathormonspiegel gesenkt. Gleichzeitig wird die Calcium-Phosphat-Homöostase reguliert, die Knochendichte aufrechterhalten und die Knochen-Oberflächenmineralisierung verbessert.

Nebenwirkungen von Paricalcitol

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Paricalcitol gehören Kopfschmerzen, Hautreaktionen wie Juckreiz, Magen-Darmbeschwerden wie Diarrhoe und Obstipation, Akne, Störungen der Geschmackswahrnehmung und verminderter Appetit. Zudem kann es zu einer Unterfunktion der Nebenschilddrüse (Hypoparathyreoidismus) sowie erhöhten oder erniedrigten Blutkonzentrationen von Calcium und erhöhten Phosphatspiegeln kommen.

Nutzen von Paricalcitol – Bewertungen

In einer 3-jährigen Studie mit mehr als 67.000 Patienten konnte gezeigt werden, dass Paricalcitol im Vergleich mit dem Vitamin-D-Rezeptor-Aktivator Calcitriol die Mortalitätsrate von sHPT-Patienten mit VDRA um 16 Prozent senken konnte.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
131918-61-1
Molare Masse:
416.64 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 6.0 H
Q0-Wert:
1.0

Autor: Charly Kahle

Stand: 19.09.2017

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