Phenylephrin

Phenylephrin gehört zur Wirkstoffgruppe der Alpha-Sympathomimetika.

Anwendung

Der Wirkstoff Phenylephrin wird in der Augenheilkunde bei Bindehautzündungen und zur Pupillenerweiterung eingesetzt. Zudem wird er einigen Erkältungsmedikamenten zugesetzt. So soll Phenylephrin helfen, die Symptome von Husten und Schnupfen zu mildern. Nasentropfen zur symptomatischen Behandlung von Schnupfen sind in Deutschland nicht mehr im Handel.

Im stationären Bereich dienen Injektionen von Phenylephrin, niedrigen Blutdruck zu steigen.

Pharmakologie

Die Effekte von Phenylephrin beruhen auf der Aktivierung von Alpha-Rezeptoren. Bei der lokalen Anwendung in der Nase bewirkt Phenylephrin eine Verengung der peripheren Venen. Dadurch schwellen die Schleimhäute ab und die Nase wird wieder frei.

Bei der lokalen Anwendung am Auge aktiviert Phenylephrin Alpha-Rezeptoren in der Muskulatur der Augen. Dadurch weitet sich die Pupille. Dieser Effekt gestattet es, den Augenhintergrund bei einer Netzhautuntersuchung zu beurteilen.

Bei Gabe in die Blutbahn aktiviert Phenylephrin vor allem Alpha-Rezeptoren in den Arterien. Dadurch verengen sich diese Blutgefäße. Dadurch lässt sich niedriger Blutdruck steigern.

Nebenwirkungen

Bei kurzfristiger lokaler Verwendung sind keine schweren Nebenwirkungen von Phenylephrin zu erwarten. Der langfristige Gebrauch von Augentropfen mit dem Wirkstoff hingegen kann zu Komplikationen führen. Das sind in erster Linie gerötete Augen durch eine vermehrte Blutfülle und Verdickungen der Augenschleimhaut. Insbesondere bei älteren Patienten kann die langfristige Anwendung zu einer Engstellung der Pupillen führen.

Die langfristige lokale Anwendung in der Nase erhöht das Risiko einer dauerhaften Austrocknung der Nasenschleimhäute.

Die parenterale Gabe von Phenylephrin erzeugte mitunter schwere Nebenwirkungen, die von den starken erregenden Wirkungen auf das zentrale Nervensystem ausgehen.

Anwendungshinweise

Nutzenbewertungen

Insbesondere der Nutzen von Phenylephrin in Kombinationspräparaten gegen Erkältungen wird von vielen Experten bezweifelt. Die lokale Anwendung von Nasentropfen ist demnach der kombinierten Einnahme von Erkältungsmedikamenten vorzuziehen.

Insbesondere die Kombination von Phenylephrin und Paracetamol ist laut einem Beitrag der Pharmazeutischen Zeitung kritisch zu sehen, da diese Kombination zu einer vierfach erhöhten Plasmakonzentration des Sympathomimetikums führen könne.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
59-42-7
Molare Masse:
167.21 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 2.5 H
Q0-Wert:
0.85
Kindstoff(e):

Autor: Redaktion Gelbe Liste

Stand: 17.07.2017

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