Ramipril

Ramipril ist ein Arzneistoff, der zur Therapie der arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck), der Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und zur Prophylaxe kardiologischer Erkrankungen eingesetzt wird. Arzneimittel mit dem Wirkstoff Ramipril gehören zur Klasse der ACE-Inhibitoren.

Ramipril 1,25 mg Tabletten (Zum Einnehmen)
Ramipril 2,5 mg Tabletten (Zum Einnehmen)
Ramipril 5 mg Tabletten (Zum Einnehmen)
Ramipril 7,5 mg Tabletten (Zum Einnehmen)
Ramipril 10 mg Tabletten (Zum Einnehmen)

Inhaltsverzeichnis

Anwendung

Ramipril kommt zur – meist langfristigen – Therapie von arterieller Hypertonie zum Einsatz, hat sich aber auch bei Herzinsuffizienz und Nierenerkrankungen als Therapeutikum bewährt. Der Wirkstoff kann ebenso einem Myokardinfarkt vorbeugen oder nach einem solchen Infarkt im Rahmen der Nachsorge eingenommen werden. In Deutschland ist Ramipril nur in Tablettenform zugelassen.

Pharmakologie

Pharmakodynamik (Wirkung)

Ramipril zählt zur Klasse der ACE-Inhibitoren (engl. angiotensin converting enzyme inhibitors). „ACE“ ist ein Enzym, welches die Umwandlung von Angiotensin I zu Angiotensin II katalysiert. Angiotensin II wirkt zum einen direkt und zum anderen auch indirekt vasokonstringierend durch Freisetzung von Catecholaminen aus dem Nebennierenmark, durch Erleichterung der Noradrenalin-Freisetzung und durch Erhöhung des Sympathikustonus. Diese Faktoren, tragen alle zu einer Blutdrucksteigerung bei. Weiterhin bedingt Angiotensin II die Freisetzung von Aldosteron, auch bekannt als  „Dursthormon“, weshalb eine ACE-Hemmung durch Ramipril zusätzlich eine schwache diuretische Wirkung mit bedingt.

Pharmakokinetik

Ramipril ist ein sogenanntes Prodrug, welches seine Wirkung durch eine Umwandlung in die aktive Form, dem Ramiprilat, entfaltet. Ramiprilat entsteht aus Veresterung des Ramiprils in der Leber und bindet mit hoher Affinität an ACE. Obwohl Ramipril über die Leber und die Niere sowohl zu einem Glucuronat-Konjugat als auch zu einem Diketopiperazin-Derivat metabolisiert wird, wird ein Großteil des Arzneimittels im Urin als Ramiprilat und als Glucuronat-Konjugat von Ramiprilat ausgeschieden. Die Elimination aus dem Körper ist durch eine relativ schnelle Anfangsphase mit einer Halbwertszeit von 7 Stunden und einer späten Phase mit einer Halbwertszeit von etwa 120 Stunden gekennzeichnet.

Dosierung

Sinnvoll ist, die Therapie mit Ramipril zunächst mit kleinen Dosen zu beginnen und diese dann über mehrere Wochen bis zur gewünschten Erhaltungsdosis zu steigern. Dies ist für den Patienten einfach zu handhaben, da die Tabletten in verschiedenen Konzentrationen erhältlich sind (z. B. 2,5 mg, 5 mg, 7,5 mg und 10 mg, mit Bruchkerben für eine leichte Halbierung der Dosis). Ramipril kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden, da die Nahrungsaufnahme die Bioverfügbarkeit nicht beeinträchtigt. Es ist jedoch wichtig, dass die Tabletten immer zur selben Tageszeit eingenommen werden, damit im Körper auf Dauer ein konstanter Wirkstoffspiegel erreicht wird. Nach etwa vier Tagen der Einnahme hat dieser in der Regel ein stabiles Niveau erreicht. Je nach Indikation sind unterschiedliche Dosierungen empfehlenswert.

Dosierung bei Hypertonie

Der Arzt legt die erforderliche Dosis individuell fest – je nach Patientenprofil und den aktuellen Blutdruckwerten. Die Anfangsdosis sollte jedoch immer 2,5 mg einmal täglich betragen, bei Patienten mit erhöhter Aktivität des Renin-Angiontensin-Aldosteron-Systems nur 1,25 mg. Auch die Kombination mit anderen Antihypertensiva ist möglich. Alle zwei bis vier Wochen kann die Dosis erhöht werden. Die zulässige Höchstdosis von 10 mg sollte nicht überschritten werden.

Dosierung zur kardiovaskulären Prävention

Zu Beginn sollten Patienten nicht mehr als 2,5 mg Ramipril einmal täglich einnehmen. Nach ein bis zwei Wochen kann auf 5 mg erhöht werden, zwei bis drei weitere Wochen später auf die angestrebte Erhaltungsdosis von 10 mg.

Dosierung bei Nierenerkrankungen

Die empfohlene Anfangsdosis liegt hier bei 1,25 mg einmal täglich. Nach zwei Wochen kann die Dosis auf 2,5 mg verdoppelt, nach weiteren zwei Wochen auf 5 mg erhöht werden. Patienten mit Diabetes und einem zusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktor sollten mit 2,5 mg starten. Bei ihnen beträgt die angestrebte Tagesdosis 10 mg – nach Verdopplung der Dosis alle zwei Wochen.

Dosierung bei symptomatischer Herzinsuffizienz

Diese Patienten starten mit 1,25 mg einmal täglich und steigern die Dosis durch Verdopplung alle ein bis zwei Wochen auf bis zu 10 mg. Dies ist die Tageshöchstdosis, die nicht überschritten und auf zwei Tagesdosen aufgeteilt werden sollte.

Dosierung nach Myokardinfarkt

Die Anfangsdosis von 2,5 mg zweimal täglich sollte am vierten Tag verdoppelt werden – auf die angestrebte Erhaltungsdosis von zweimal täglich 5 mg.

Nebenwirkungen

Bei bestimmungsgemäßer Anwendung und bei niedriger Dosierung gelten ACE-Hemmer wie das Ramipril als gut verträglich. Die meisten unerwünschten Arzneimittelwirkungen werden mit einem verlangsamten Abbau und einer Anreicherung von Bradykinin in Verbindung gebracht. Dieses kann den für ACE-Hemmer typischen trockenen Reizhusten verursachen.

Weiterhin wird von Infektionen der Atemwege, Magen-Darm-Beschwerden, Nierenfunktionsstörungen, Hautausschlag, Schwindel, Geschmacksstörungen, Kopfschmerzen und Müdigkeit berichtet. In seltenen Fällen (Häufigkeit 0,1-0,2 %) kann ein angioneurotisches Ödem auftreten.

Wechselwirkungen

  • Ramipril sollte nicht mit AT1-Rezeptor-Antagonisten oder dem direkten Renin-Inhibitor Aliskiren kombiniert werden, da hierdurch das Auftreten eines Kaliummangels, eines Blutdruckabfalls und einer Abnahme der Nierenfunktion begünstigt wird.
  • Nicht steroidale Antirheumatika wie z. B. Ibuprofen, Diclofenac, Acetylsalicylsäure und Naproxen können die blutdrucksenkende Wirkung des Ramiprils vermindern. Eine Blutdruckkontrolle sollte deshalb bei gleichzeitiger Gabe regelmäßig stattfinden.
  • Spironolacton, Amilorid und Triamteren können in Kombination mit Ramipril zu einer Erhöhung des Kaliumspiegels führen.
  • Wird Ramipril mit Immunsuppressiva, Allopurinol, Glucocorticoiden oder Procainamid kombiniert, steigt das Risiko für Blutbildveränderungen. Sind diese Kombinationen unumgänglich, sollten regelmäßig Blutbildkontrollen durchgeführt werden.
  • Da Ramipril das Auftreten allergischer Reaktionen begünstigen kann, sollte während der Einnahme keine Hyposensibilisierung (Immuntherapie) durchgeführt werden.
  • Ramipril kann die Ausscheidung von Lithium verzögern, weshalb es bei gleichzeitiger Anwendung zu starken Nebenwirkungen durch erhöhte Plasmaspiegel kommen kann.
  • Bei gleichzeitiger Anwendung von Ramipril mit oralen Antidiabetika oder Insulin sollten aufgrund einer verstärkten blutzuckersenkenden Wirkung regelmäßig Blutzucker-Kontrollen durchgeführt werden.

Kontraindikation

Schwangerschaft und eine Anamnese mit angioneurotischem Ödem stellen Kontraindikationen für die Anwendung von Ramipril dar.

Anwendungshinweise

Bei Patienten mit aktiviertem Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) kann es bei erstmaliger Ramipril-Gabe zu massiver Blutdrucksenkung kommen. Diese Aktivierung kann durch eine Diuretika-Vorbehandlung, stärkere Wasser- und Salzverluste oder eine schwere Herzinsuffizienz ausgelöst werden. Damit dies vermieden wird, muss Ramipril, mit niedriger Dosis beginnend, eingeschlichen werden.

Zur Klasse der ACE-Inhibitoren zählen neben Ramipril auch Captopril, Enalapril, Lisinopril, Perindopril und Zofenopril.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
87333-19-5
Molare Masse:
416.52 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 15.0 H
Q0-Wert:
0.3
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