Rituximab

Rituximab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Klasse der Biosimilars gezählt wird. Der Wirkstoff ist so konzipiert, dass er ein auf der Oberfläche von B-Lymphozyten vorhandenes Protein mit der Bezeichnung CD20 erkennt, daran bindet und so die Zelle abtötet. Die Abtötung der B-Lymphozyten dient der Bekämpfung des Lymphoms und der chronisch lymphatische Leukämie (CLL) sowie der rheumatoiden Arthritis.

Rituximab 1.400 mg/11,7 ml Injektionslösung (Subkutane Anwendung)
Rituximab 100 mg Flüssigkonzentrat zur Infusion (Parenterale Anwendung)
Rituximab 500 mg Flüssigkonzentrat zur Infusion (Parenterale Anwendung)

Inhaltsverzeichnis

Anwendung

Medikamente mit dem Wirkstoff Rituximab werden hauptsächlich zur Therapie von Autoimmunerkrankungen und bestimmter Krebsarten eingesetzt. In einigen malignen B-Zell-Erkrankungen kann Rituximab hohe Response-Raten und Langzeit-Remissionen induzieren.

Seine Indikationen sind als Monotherapeutikum:

Als Kombination zu einer Chemotherapie ist Rituximab-Gabe indiziert bei:

  • Erstbehandlung eines follikulären Lymphoms im Stadium III – IV
  • CD20-positivem, diffusem großzelligen B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom

Pharmakologie

Pharmakodynamik (Wirkung)

Rituximab bindet an ein Oberflächenprotein, das sogenannte CD20-Antigen, welches auf der Oberfläche von B-Zellen und B-Zell-Lymphomen exprimiert wird. CD20 ist auf > 95 % aller Zellen von Non-Hodgkin-Lymphomen des B-Zell-Typs vorhanden.

Die Wirkung von Rituximab ergibt sich aus

  • einer direkten Initiierung von Signalwegen,
  • seiner komplementabhängigen zellulären Zytotoxizität und
  • seiner Antikörper-abhängigen zellulären Zytotoxizität.

Welcher dieser Mechanismen für das klinische Ansprechen einer Rituximab-Behandlung verantwortlich ist, bleibt unklar.

Da Stammzellen im Knochenmark kein CD20-Antigen exprimieren, werden diese durch den Wirkstoff nicht zerstört.

Pharmakokinetik

Die Resorption von Rituximab ist nach subkutaner Anwendung langsam und erreicht nach ca. 3 Tagen eine maximale Plasmakonzentration.

Die absolute Bioverfügbarkeit wird auf 71 % geschätzt.

Die mediane terminale Eliminationshalbwertszeit nach subkutaner Injektion wird mit 29,7 Tagen angegeben (individuell sehr unterschiedlich).

Nebenwirkungen

Sehr häufig treten unter der Behandlung mit Rituximab folgende Nebenwirkungen auf:

  • Bakterielle und virale Infektionen
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
  • Infusionsbedingte Reaktionen
  • Angioödem
  • Übelkeit
  • Pruritus, Exanthem, Alopezie
  • Fieber, Schüttelfrost, Asthenie, Kopfschmerzen

Alle weiteren Nebenwirkungen können der Fachinformation entnommen werden.

Wechselwirkungen

Eine hohe Tumorlast oder eine große Anzahl zirkulierender maligner Zellen erhöht das Risiko für ein schweres Zytokin-Freisetzungs-Syndrom. Arzneimittel zur Behandlung von Überempfindlichkeitsreaktionen sollen deshalb bereitgestellt werden.

Blutdrucksenkende Medikamente sollten 12 Stunden vor der Anwendung abgesetzt werden, da es unter Rituximab-Gabe zu einem Blutdruckabfall kommen kann.

Bei vorbestehenden Herzerkrankungen oder einer kardiotoxischen Chemotherapie sollen Patienten engmaschig überwacht werden.

Eine gleichzeitige Impfung mit viralen Lebendimpfstoffen wird nicht empfohlen.

Kontraindikation

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Aktive, schwere Infektionen (wie z.B. Tuberkulose, Sepsis und opportunistische Infektionen)
  • Patienten mit stark geschwächtem Immunsystem

Hinweise

  • Das größte Risiko von anwendungsbedingten Reaktionen besteht normalerweise während des ersten Behandlungszyklus.
  • Die medianen IgG-Serumspiegel werden durch den Wirkstoff reduziert.
  • Patienten müssen regelmäßig auf neu auftretende oder sich verschlechternde neurologische Symptome bzw. auf Anzeichen, die auf eine progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML) hindeuten, überwacht werden.
  • Seit Markteinführung wurde von schweren infusionsbedingten Reaktionen mit tödlichem Ausgang berichtet.
  • Während der Behandlung sollten regelmäßige Kontrollen des großen Blutbildes erfolgen.
  • Frauen im gebährfähigen Alter müssen während und 12 Monate nach der Behandlung mit Rituximab wirksame kontrazeptive Methoden anwenden.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
174722-31-7
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 21.0 D
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