Teriparatid

Der Wirkstoff Teriparatid wird zur Behandlung von Osteoporose angewendet. Der Arzneistoff ist ein rekombinantes Fragment des humanen Parathormons und stimuliert Osteoblasten zur Knochenbildung.

Teriparatid 20 µg/80 µl Lösung zur Injektion im Fertigpen (Subkutane Anwendung)

Inhaltsverzeichnis

Anwendung

Teriparatid ist zugelassen für die Behandlung von:

  • Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und bei Männern mit einem hohen Frakturrisiko
  • einer systemischen Langzeit-Glukokortikoidtherapie assoziierten Osteoporose bei Frauen und Männern mit hohem Frakturrisiko

Der Wirkstoff wird subkutan appliziert und muss kühl gelagert werden.

Pharmakologie

Pharmakodynamik (Wirkung)

Teriparatid (rhPTH(1-34)) ist das aktive Fragment (1-34) des endogenen humanen Parathormons, das aus 84 Aminosäuren besteht und der Hauptregulator des Calcium- und Phosphatstoffwechsels in Knochen und Niere ist. Das Parathormon stimuliert über eine direkte Wirkung auf die Osteoblasten die Knochenbildung und führt außerdem zu einer Steigerung der tubulären Calcium-Reabsorption, der intestinalen Calciumabsorption und der renalen Phosphat-Ausscheidung.  

Pharmakokinetik

Das Verteilungsvolumen von Teriparatid beträgt etwa 1,7 l/kg. Die Halbwertszeit liegt bei subkutaner Applikation bei etwa einer Stunde, was der Zeit der Absorption an der Injektionsstelle entspricht.

Studien zur Biotransformation und zur Elimination wurden nicht durchgeführt. Es wird allerdings angenommen, dass die periphere Metabolisierung des endogenen Parathormons vorwiegend in Leber und Niere stattfindet.

Teriparatid wird über eine hepatische und extra-hepatische Clearance eliminiert (etwa 62 l/h bei Frauen und 94 l/h bei Männern).

Dosierung

Die empfohlene Dosierung beträgt einmal täglich 20 Mikrogramm über Autoinjektion.

Die maximale Therapiedauer wird mit 24 Monaten angegeben und soll nicht wiederholt werden.

Es wird empfohlen, dass Patienten Calcium und Vitamin D zur Nahrungsergänzung erhalten, falls die Aufnahme über die Ernährung nicht ausreichend ist.

Nebenwirkungen

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen bei der Anwendung von Teriparatid waren:

  • Übelkeit
  • Gliederschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel

Zu den häufig aufgetretenen Nebenwirkungen (≥ 1/100, < 1/10) zählen:

  • Anämie
  • Hypercholesterinämie
  • Depression
  • Schwindel, Kopfschmerzen, Ischiassyndrom, Synkope
  • Vertigo
  • Herzpalpitation
  • Hypotonie
  • Dyspnoe
  • Nausea, Emesis, Hiatusbruch, Refluxösophagitis
  • vermehrtes Schwitzen
  • Muskelkrämpfe
  • Müdigkeit, Thoraxschmerzen, Asthenie, leichte und vorübergehende Reaktionen an der Injektionsstelle

Wechselwirkungen

Fallberichte deuten darauf hin, dass Patienten mit einer Hypercalcämie für eine Digitalis-Toxizität prädisponiert sein können -> Teriparatid kann vorübergehend zu einer Erhöhung des Serum-Calciumspiegels führen, weshalb zu Vorsicht bei dieser Kombination geraten wird.

Kontraindikation

Für den Wirkstoff Teriparatid liegen folgende Kontraindikationen vor:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Schwangerschaft und Stillzeit  
  • Vorbestehende Hypercalcämie
  • Schwere Niereninsuffizienz
  • Metabolische Knochenkrankheiten (einschließlich Hyperparathyreoidismus und Paget- Krankheit) mit Ausnahme der primären Osteoporose oder der glukokortikoid-induzierten Osteoporose
  • Ungeklärte Erhöhung der alkalischen Phosphatase
  • Vorausgegangene Strahlentherapie mit externer Strahlenquelle oder implantierter Strahlenquelle, bei der das Skelett im Strahlenfeld lag
  • Patienten mit malignen Skeletterkrankungen oder Knochenmetastasen dürfen nicht mit Teriparatid behandelt werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegt eine Kontraindikation für die Anwendung von Teriparatid in der Schwangerschaft vor.

Stillzeit

Teriparatid darf während der Stillzeit nicht angewendet werden. Es liegt eine Kontraindikation vor.

Verkehrstüchtigkeit

Die Anwendung von Teriparatid hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. In einigen Fällen wurde eine vorübergehende orthostatische Hypotonie oder Schwindel beobachtet. Falls dies auftritt, sollte von der aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und dem Bedienen von Maschinen abgesehen werden, bis die Symptome abgeklungen sind.

Hinweise

Weitere Informationen sind der jeweiligen Fachinformation zu entnehmen.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
52232-67-4
Molare Masse:
4117.76 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 1.0 H
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