Voriconazol

Voriconazol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe Triazol-Antimykotika und wird zur Behandlung von schweren Pilzinfektionen angewandt.

Voriconazol 50 mg Tabletten (Zum Einnehmen)
Voriconazol 100 mg Tabletten (Zum Einnehmen)
Voriconazol 200 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung (Parenterale Anwendung)
Voriconazol 200 mg Tabletten (Zum Einnehmen)

Inhaltsverzeichnis

Anwendung

Der Wirkstoff Voriconazol wird zur Therapie von schweren Pilzinfektionen angewendet. Das sind vor allem systemische Infektionen durch Pilze der Gattungen Aspergillus, Scedosporium und Fusarium. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind schwere Hautpilzinfektionen, die auf eine Behandlung mit Fluconazol nicht ansprechen. Zudem wird Voriconazol zur Prophylaxe von invasiven Pilzinfektionen bei Hochrisikopatienten mit allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSZT) eingesetzt.

Der Wirkstoff ist in Form von Filmtabletten, Infusionslösungen und Pulvern zur Herstellung einer Suspension verfügbar.

Pharmakologie

Voriconazol gehört zur Wirkstoffgruppe der Triazol-Antimykotika. Wie alle Wirkstoffe dieser Gruppe verhindert Voriconazol den Aufbau einer funktionsfähigen Pilzzellmembran durch einen Eingriff in die Ergosterolsynthese. Voriconazol entfaltet diesen Effekt, indem es das Enzym Lanosterol-14α-Demethylase hemmt. Infolge reichert sich 14α-Methyl-Sterol an und in den Zellmembranen der Pilzzellen fehlt Ergosterol. Ohne Ergosterol verändert sich die Struktur der Zellhülle und die Membran verliert seine schützende Funktion. Über die gelockerte und löchrige Zellwand verlieren die Pilzzellen Elektrolyte, Amino- und Nukleinsäuren sowie Zucker – und sterben ab.

Voriconazol hemmt das Cytochrom P450 3A4. Daher sind Wechselwirkungen mit einer Vielzahl von anderen Wirkstoffen möglich.

Nebenwirkungen

Zu den sehr häufigen Nebenwirkungen von Voriconazol zählen Fieber, Hautauschläge, Sehstörungen, Magen-Darm-Beschwerden wie Bauschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Übelkeit sowie Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Atemnot und Ödeme in den Extremitäten oder der Lunge. Zudem kommt es häufig zu Blutwertveränderungen wie Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Panzytopenie und Agranulozytose sowie Hypokaliämie, Hyponatriämie und Hypoglykämie. Sehr häufig sind zudem abnormale Leberfunktionstests einschließlich AST, ALT, aP, GGT, LDH und Bilirubin.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
137234-62-9
Molare Masse:
349.31 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 6.0 H
Q0-Wert:
0.98
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